Stillvorbereitung in der Schwangerschaft: Erfahrung aus der Hebammenpraxis

Möchten Sie stillen? Machen Sie sich Gedanken ob es denn wohl klappen wird?
Sie hören Geschichten, die Sie nicht gerade ermutigen?
Was Sie nach der Geburt und im Wochenbett selber tun können, habe ich in den entsprechenden Artikeln beschrieben. An dieser Stelle geht es um die viel zitierte Vorbereitung der Warzen.

Sie lesen man solle Dieses oder Jenes tun damit die Warzen abgehärtet werden. Von Ölen bis zur Massage mit einer Zahnbürste oder Zitronensaft gibt es die unglaublichsten Tipps. Das ist Folter! Überflüssig und zeugt nicht von Fachkenntnis.

Nun komme ich auch noch! Aber nicht mit Studien und Artikeln, sondern mit praktischer Erfahrung.
Die hat mir mit den Jahren gezeigt, dass man am besten wenig bis nichts tut.
Die meisten Öle taugen nicht wirklich, da sie die Warzen eher aufweichen als abhärten. Das Gleiche gilt für Lotionen. Der Gedanke mit einer Bürste zu Werke zu gehen lässt mich grausen. Zitrone finde ich auch nicht besser. Da stehen mir virtuell die Haare zu Berge.

Ich empfehle regelmäßige Wechselbäder, Luft an die Warzen lassen, und immer mal wieder ohne BH herumlaufen. VormilchVormilch
die frühe Muttermilch
, die man schon in der Schwangerschaft hat antrocknen lassen. Bitte nie abwaschen. Sie bildet so einen Schutzfilm auf der Haut.

Es gibt sicher häufiger wunde Warzen, aber sie haben andere Ursachen. Das  Kind "falsch" nuckeln/ saugen zu lassen ist nur eine davon.

Wichtig ist zudem sich wirklich Gedanken zu machen, ob Sie stillen wollen. Und wenn ja, warum?
Es ist durchaus möglich, dass es "Anlaufschwierigkeiten" gibt und es in der Stillzeit zu Krisen kommt. Allerdings muss es nicht sein. Es gibt viele Frauen die keine oder wenige Probleme haben.

Sind Sie nicht überzeugt, gibt man sehr schnell auf. Weil  Stillen "angesagt" ist, sollte für sich  keinen Einfluss auf Ihre Entscheidung haben. Sie müssen wirklich wollen, und sollten sich ausreichend Rückenstärkung in Ihrem Umfeld sichern.
Bekommt man möglicherweise nur negative Kommentare zu hören, kann es sich leicht auf die Milchbildung auswirken. Ihr Kind wird ganz sicher satt, auch wenn Oma es nicht glauben kann.

Die Behauptung in den ersten Tagen hätte man keine Milch ist ein Gerücht!! Hören Sie nie darauf, ganz gleich wer es sagt.

Lesen Sie bitte jetzt bereits die entsprechenden Artikel in der Rubrik Baby. Alle Stilltipps sind aus der Praxis und keine graue Theorie.