Übermäßiges Schwangerschaftserbrechen nennt man Hyperemesis

Foto: Cornelia Mechinelli

Ungefähr 15 Prozent aller Schwangeren haben auch weit jenseits der 12. Woche mit starker Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen.
Der Grund dafür ist nicht wirklich bekannt. Oft wird er im familiären Umfeld vermutet. Private Schwierigkeiten oder Überforderung der Frau sind eventuelle Ursachen.

Ob das nun immer zutrifft, kann keiner genau sagen.
Eine andere Theorie beschäftigt sich mit den Hormonen, aber auch das ist nicht belegt.

Problematisch ist ein hoher Flüssigkeitsverlust

Nichts essen zu können bedeutet nicht nur Gewichtverlust, sondern auf Dauer die Unterversorgung mit Nährstoffen. Zuerst für Sie, aber dann auch für Ihr Kind.

Mit hoch dosierten Vitamininfusionen versucht man so etwas zu verhindern. Ambulant in der Arztpraxis oder auch im Krankenhaus. Bei einer masivven Hyperemesis helfen keine der üblichen Maßnahmen gegen Übelkeit.

Seit längerer Zeit gibt es eine weitere Vermutung aus dem AKH in Wien. Dr. Frigo (ein Hormonforscher) macht ein Bakterium verantwortlich.

Den Helicobacter Pylori

Der Erreger ist normalerweise für eine Vielzahl von Magenerkrankungen verantwortlich. Beispielsweise Magenschleimhautentzündungen oder Magengeschwüre. Das üble Bakterium wurde nun auch als Auslöser für das unstillbare Schwangerschaftserbrechen identifiziert. Ein weiteres Indiz für die vielfältigen Wirkmechanismen, die derartige bislang oft unterschätzten Kleinstlebewesen entfalten können.

Auf den Verdacht, dass Helicobacter pylory auch das gravierende Schwangerschaftserbrechen auslösen kann, kam Peter Frigo mehr oder weniger durch Zufall. Ich kann hier nun keine Garantie geben, dass er den Stein der Weisen gefunden hat. Allerdings ist es eine Möglichkeit, die man beachten sollte. Mit einem einfachen Atem- oder Bluttest kann man das Bakterium auffinden und mit Antibiotika behandeln. Viele Ärzte veranlassen diese Untersuchung.
Sinnvoll wäre es jedoch, dies vor der Schwangerschaft zu tun. Die meisten Menschen haben diese Tierchen in sich, ohne Beschwerden zu haben. Es wird vermutet, dass die Hormonsituation in der Schwangerschaft die erhöhte Anfälligkeit begünstigt.
Die nichtschwangere Bevölkerung ist um die 40 Prozent infiziert, Schwangere aber zu über 90 Prozent.