Wie wird ein Gestationsdiabetes behandelt?

Foto: Susanne Beek

 Ziel der Behandlung ist es, die Blutzuckerwerte vor und nach dem Essen zu normalisieren. Der Blutzucker sollte nüchtern unter 90 mg/dl und etwa zwei Stunden nach dem Essen unter 120 mg/dl liegen.
Bei etwa 85 Prozent der Schwangeren mit Gestationsdiabetes ist die richtige Ernährung als Therapie ausreichend.
Wer normalgewichtig ist, sollte im Lauf der Schwangerschaft nicht mehr als zwölf Kilogramm zunehmen. Übergewichtige Frauen sollten möglichst wenig zunehmen, da Geburtskomplikationen bei starkem Übergewicht häufiger auftreten. Eine tägliche Energiemenge von 1500 bis 1800 Kalorien ist empfehlenswert.
Vermeiden Sie aber unbedingt eine Gewichtsabnahme während der Schwangerschaft, denn dabei würde das Kind nicht mehr ausreichend versorgt. Verschieben Sie eine dauerhafte Gewichtsabnahme auf die Zeit nach der Geburt und Stillzeit.
Die grundsätzlichen Empfehlungen für die Ernährung in der Schwangerschaft gelten auch für Schwangere mit Gestationsdiabetes: Sie brauchen ausreichend Energie für sich und Ihr Kind. Aber essen Sie nicht "für zwei".

*Essen Sie täglich Obst, Gemüse und frische Salate, denn Sie brauchen jetzt besonders viel Vitamine und Mineralstoffe.
*Verwenden Sie wenig Fett für die Zubereitung Ihrer Speisen und als   Brotaufstrich. Wählen Sie fettarme Lebensmittel aus. Essen Sie regelmäßig fettarme Milchprodukte, um ausreichend Calcium aufzunehmen.

*Essen Sie weniger Fleisch und häufiger Fisch; damit sichern Sie den Jodbedarf ihres Körpers und den Ihres Kindes.

*Sie brauchen ausreichend Flüssigkeit. Trinken Sie täglich mindestens zwei Liter Wasser, Tee oder andere energiearme Getränke.

Bei etwa 15 Prozent der Frauen ist zusätzlich eine Insulinbehandlung erforderlich. Dabei reicht es oft, kleine Mengen eines schnell wirkenden Insulins vor den Hauptmahlzeiten zu spritzen. Manchmal wird zusätzlich vor dem Schlafengehen und eventuell morgens ein lang wirkendes Insulin gespritzt, das den basalen (d.h. nahrungsunabhängigen) Insulinbedarf abdeckt und einen hohen Nüchternblutzucker verhindert. Zur Insulinsorte und Dosierung wird Ihnen Ihre Ärztin / Ihr Arzt eine individuelle Verordnung geben. Diabetesmedikamente in Tablettenform dürfen in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, da sie zu schweren Entwicklungsstörungen des Kindes führen können.

 

Was kann die Schwangere selbst tun?

*Lernen Sie Ihren Blutzucker selbst zu bestimmen

*Bewegen Sie sich regelmäßig

*Ernähren Sie sich gesund

*Verteilen Sie die drei Hauptmahlzeiten auf sechs bis sieben kleinere Mahlzeiten über den Tag. Dadurch können Sie große Belastungen des Zuckerstoffwechsels vermeiden.