Pränataldiagnoistik mit Amniocentese zieht in letzter Konsequenz eine Geburtseinleitung nach sich

Die Fruchtwasseruntersuchung kann erst zwischen der 15. und 17. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Mit einer dünnen Nadel  sticht man durch die Bauchdecke der Schwangeren in die Fruchtblase. Natürlich mit einer örtlichen Betäubung für Sie.

Damit entnimmt man eine kleine Menge Fruchtwasser. Das winzige Loch schließt sich in der überwiegenden Mehrheit der Fälle von allein. Der Eingriff kann ambulant durchgeführt werden und ist kaum schmerzhaft.

Das Risiko einer Fehlgeburt liegt offiziell bei 0,5 bis 1 Prozent. Diese Angaben sind nicht ganz unumstritten. Man darf nicht davon ausgehen das sämtliche Fälle bekannt werden. Andere Quellen sprechen von bis zu 2,4%. Seit es der Gentest im Gespäch ist ehöhen sich seltsamerweise die Prozentzahlen. Liegt die Plazenta an der Vorderwand der Gebärmutter, erhöht sich das statistische Fehlgeburtsrisiko weil sie durchstochen werden muss.

Das entnommene Fruchtwasser enthält kindliche Zellen, die nun auf verschiedene Chromosomenstörungen untersucht werden. Ausserdem lassen sich damit angeborene Stoffwechselstörungen und Neuralrohrdefekte nachweisen. Sozusagen als Nebenprodukt erfährt man auch das Geschlecht des Kindes.

Ein großes Problem dieser Pränataldiagnostik ist allerdings der späte Zeitpunkt der AmniocenteseAmniocentese
Fruchtwasseruntersuchung
. Auf das Ergebnis wartet man bis zu zwei Wochen, was natürlich sehr schwierig sein kann. (Inzwischen gibt es auch hier Schnelltests) Zudem kann man Blutungen, Infektionen und Wehen bei keinem Eingriff ausschließen. Leider gibt es keine verlässlichen Zahlen zu falschen Befunden. Angeblich sind sie minimal, aber dieser Aussage kann ich rein aus der Erfahrung heraus nicht ganz trauen.

Ein infrage kommender später Abbruch ist nicht ohne Risken, und psychisch sehr belastend.

Der sogenannte Spätabort muss als Geburt eingeleitet werden: Also mit Wehenmitteln und  auf"normalem" Weg geboren werdeng.Da der Uterus nicht wehenbereit ist kann diese Prozedur länger dauern. Absaugen oder eine Ausschabung sind nicht möglich. Natürlich bekommt man eine Betäubung, aber mir ist es wichtig, dass Ihnen das bekannt ist. Leider wird es nämlich nicht immer vorher besprochen, und viele Frauen sind geschockt, wenn sie erst im Krankenhaus davon erfahren.