27.02.2021

Geburtsvorbereitung – Informatives von Kursen bis Kliniktasche

Wenn der Geburtstermin näher rückt, steigt bei werdenden Eltern die Vorfreude auf den Nachwuchs. Doch auch die Nervosität nimmt zu – insbesondere unter den Frauen. Schliesslich ist die Entbindung eine körperliche und mentale Herausforderung. Diejenigen, die sich frühzeitig mit typischen Fragen beschäftigten und wichtige Entscheidungen treffen, können ihre innere Ruhe maßgeblich steigern. Die nachfolgenden Anregungen dienen der Vorbereitung auf eine möglichst entspannte Geburt.

Teilnahme am Geburtsvorbereitungskurs

Wie die Bezeichnung bereits vermittelt, dienen Geburtsvorbereitungskurse der optimalen Vorbereitung auf die Entbindung. Während derartiger Kurse lernen Frauen wertvolle Atemtechniken für die Geburt ihres Babys, sie werden über die verschiedenen Entbindungsmöglichkeiten aufgeklärt und erfahren alles Wichtige zum Geburtsverlauf. Nach der Teilnahme wissen Schwangere, was auf sie zukommt und wie sie die Geburt aktiv beeinflussen können.

Darüber hinaus erhalten sie Tipps zu den Themen Wochenbett, Stillen und Pflege der Neugeborenen. Neben Kursen allein für werdende Mütter gibt es Angebote für Paare, die Informationen zur Geburtsbegleitung durch den Partner umfassen. Als sinnvoller Zeitpunkt für den Start eines Geburtsvorbereitungskurses gilt die 25. Schwangerschaftswoche. Aufgrund der Corona-Pandemie sind Online-Kurse in den Vordergrund gerückt. Bei der Auswahl ist darauf zu achten, dass trotz virtueller Wissensvermittlung Zeit für persönliche Fragen bleibt. Generell sollten sich Frauen bereits im dritten Monat ihrer Schwangerschaft für einen Geburtsvorbereitungskurs anmelden.

Hebammenrufbereitschaft regeln!

In den letzten Schwangerschaftswochen ist es ein beruhigendes Gefühl, wenn sich die begleitende Hebamme in Rufbereitschaft befindet. Die sogenannte Hebammenrufbereitschaft ist ein Service der Fachfrauen, der in der Regel zwischen der 38. und 42. Schwangerschaftswoche in Anspruch genommen wird. Schwangere haben den Vorteil, dass ihre Hebamme in dieser Phase 24 Stunden am Tag für sie erreichbar ist. Ob Wochentage, Sonntage oder Feiertage.

Kostenfrei ist die Erreichbarkeitsgarantie allerdings nicht. Hebammen erheben eine Rufbereitschaftspauschale. Die Kosten variieren – mehrere hundert Euro sind üblich. Weil die mehrwöchige Rufbereitschaft von Hebammen keine gesetzliche Kassenleistung ist, müssen viele Versicherte selbst dafür aufkommen. Einige gesetzliche Krankenversicherungen beteiligen sich an Gesundheitsleistungen über den gesetzlichen Rahmen hinaus. Darunter die BKK GILDEMEISTER SEIDENSTICKER, welche die Rufbereitschaftspauschale laut Angaben auf ihrer Leistungsseite rund um Hebammen im Rahmen eines 250 Euro Vorteils-Pakets übernimmt. Für die Kostenerstattung müssen Versicherte lediglich die Rechnung mit einem Erstattungsformular einreichen.


Tipp: Hebammen sind stark gefragt und vielerorts nur in knapper Zahl verfügbar. Schwangere sollten den Service der Hebammenrufbereitschaft deshalb frühzeitig mit ihrer Hebamme vereinbaren. Zudem gilt es zu klären, unter welchen Voraussetzungen bestimmte Krankenkassen die Kosten übernehmen beziehungsweise sich daran beteiligen. Oft setzen die Versicherer eine 24-stündige Erreichbarkeit sowie die unmittelbare Hebammenbereitschaft für die Geburtshilfe voraus.


Klinik, Geburtshaus oder Hausgeburt?

Bereits im Geburtsvorbereitungskurs erhalten werdende Eltern erste Informationen über die möglichen Geburtsorte und die damit verbundenen Angebote zur Schmerzlinderung bei der Entbindung. Weil jeder Geburtsort Vor- und Nachteile mit sich bringt, sollten sie für eine individuelle Entscheidung rechtzeitig thematisiert werden. Zentrale Fakten zusammengefasst:


  • Klinik: Der Großteil der Kinder in Deutschland kommt in einer Geburtsklinik zur Welt. Die Geburt im Kreißsaal hat den Vorteil, dass Ärzte und Hebammen vor Ort sind. Die Möglichkeiten zur Schmerzlinderung (z. B. PDA) sind umfassend. Dennoch unterscheiden sich die Krankenhäuser in ihrer Ausstattung teilweise deutlich voneinander. Wichtig ist, dass Schwangere frühzeitig für sich klären, wie sie sich die Geburt vorstellen und die Wünsche gezielt mit der Klinik kommunizieren.

  • Geburtshaus: Eine außerklinische Geburt in einem Geburtshaus hat den Vorteil, dass Schwangere von einer behaglicheren Atmosphäre profitieren. Statt im sterilen Klinikambiente findet die Geburt in gemütlich eingerichteten Räumlichkeiten statt. Die Hebamme, welche die Geburt begleitet, wird im Voraus kennengelernt, um ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen. Allerdings sind keine Ärzte vor Ort und die Optionen zur Schmerzlinderung sind beschränkt.

  • Hausgeburt: Für einige Frauen gibt es keine schönere Vorstellung, als ihr Baby zu Hause zur Welt zu bringen. Immerhin ist der Ort von Behaglichkeit geprägt. Verläuft die Schwangerschaft ohne Komplikationen, ist die Hausgeburt eine attraktive Alternative. Die Geburt wird von einer Hebamme begleitet. Auch hierbei sind die Mittel zur Schmerzlinderung eingeschränkt und Ärzte sind nicht vor Ort.

Auf der Internetpräsenz des Deutschen Hebammenverbands e. V. lässt sich gezielt nach Geburtshäusern und Hebammengeleiteten Einrichtungen (HgE) recherchieren.


Kliniktasche vorbereiten

Wenn sich der Nachwuchs auf den Weg macht, muss es schnell gehen. Gut, wenn die Tasche für den Aufenthalt im Geburtshaus beziehungsweise der Klinik dann bereits gepackt bereitsteht. Neben bequemen Wechselkleidern, Hausschuhen und der Kulturtasche dürfen Still-BHs, stillgeeignete Oberteile und Kleider für das Baby nicht fehlen. Auch Mutterpass, Personalausweis und die Krankenversicherungskarte sind wichtige Utensilien. Hinzu kommen nach Bedarf Handy und Ladekabel, Snacks, Kamera und Unterhaltungselektronik.