Donnerstag, 26.10.2017

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte/Berufsverband der Frauenärzte

Kategorie: Gesundheit

Politik muss Hebammenmangel schnellsten bekämpfen



Mitte September machten der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) auf die besonders prekäre Lage der Hebammen aufmerksam und appellierten an die Politik, schnellstens den Hebammenmangel zu bekämpfen.

BVF-Präsident Dr. Christian Albring: "Geburtskliniken, die Schwangere abweisen, Frauen, die sich unter der Geburt zu mehreren eine einzige Hebamme teilen müssen: das geht gar nicht. Mutter und Kind haben das Recht auf eine umfassend und kompetent betreute Geburt. Die Politik muss hier schnellstens Abhilfe schaffen."

Der 2014 eingeführte "Sicherstellungszuschlag" hat sich in der Praxis wegen des hohen bürokratischen Aufwands als nicht hilfreich erwiesen, um mehr Hebammen in der Geburtshilfe zu halten.

BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach: "Vor allem Erstgebärende haben viele Fragen rund um die Pflege und Ernährung ihres Neugeborenen. Krankenhäuser leisten diese Beratung nicht mehr, seitdem sie für Geburten nur noch Fallpauschalen bekommen und die Mütter immer früher nach Hause schicken. Wir brauchen also die Betreuung in Klinik und Wochenbett durch die Hebamme, sie vermitteln den jungen Müttern Sicherheit im Umgang mit ihren Kindern. Dies wiederum erleichtert Ärzten die Arbeit und erspart dem Gesundheitssystem hohe Folgekosten.“

Zum Wohl der Kinder fordern die Berufsverbände der Kinder- und Jugendärzte und Frauenärzte deshalb eine bessere Vergütung für die Arbeit die Hebammen sowie einen staatlichen Fonds, wie in Skandinavien, der anstelle der Hebammen und Frauenärzte geschädigte Kinder und Mütter absichert sowie eine Eins-zu-eins-Betreuung unter der Geburt, statt Parallelbetreuungen von bis zu drei Frauen unter der Geburt.

Quelle: BVKJ, 18.9.2017