Der Reggiokindergarten

In der Reggio-Pädagogik werden Kinder als eigenständige Persönlichkeiten gesehen.

Das Bild der Kindes: Forschungsdrang und Kreativität sind den Kindern angeboren. Kinder, so die Überzeugung der Reggio-Pädagogen, haben nicht nur eine, sie haben hundert Sprachen, in denen sie denken, entdecken, ihre eigenen Geschichten erzählen können.

Das Bild des Pädagogen: Sie nehmen die Rolle der Vertrauten, Begleiterin, Zuhörerin und Beobachterin ein. Die Erzieher orientieren sich am Kind – nicht umgekehrt.
Die Reggianer selbst beschreiben ihre Arbeit gern als "Pingpongspiel": Sie fangen die Bälle auf, die ihnen die Kinder zuwerfen, und werfen sie wieder zurück, wobei sie häufig eine andere Flugbahn wählen und manchmal auch den Ball wechseln.

Spielmaterialien: In Reggio-Kindergärten gibt es vor allem Material und Werkzeug: Draht, Lehm, Holz, Gips, Farben und Papier verschiedenster Art, dazu Schrauben, Feilen, Sägen, Pinsel, Scheren, einfach alles, was ein Kind brauchen könnte, um sich mitzuteilen.

Räume: Räume werden in Reggio-Einrichtungen als aktive Gesprächspartner des Kindes betrachtet.
Sie haben Einfluss auf die Kinder und werden deshalb ästhetisch und anregend gestaltet.

Methode: Statt statischer Planung sind in der Reggio-Pädagogik Improvisation und Mut zu einem offenen Ende gefordert.

Reggio-Einrichtungen sind ganzheitliche Erfahrungsstätten. Durch die Wahrnehmung können die Kinder sich und die Welt erfahren.
Die Reggio-Pädagogik sieht es als wichtig an, dass immer viele unterschiedliche Sinne des Kindes angesprochen werden.
Künstlerisches Arbeiten hat in Reggio-Einrichtungen einen hohen Stellenwert.
Die pädagogische Arbeit ist kein planloses Hin und Her, sondern eine aufwendige Kombination aus Beobachtung, Analyse und wohl überlegter Intervention. Die Erzieherinnen verbringen viel Zeit damit, Dialoge und Spielhandlungen ihrer Kinder akribisch zu dokumentieren, handschriftlich oder auch per Video. Anschließend wird das Beobachtete im Kollegenkreis diskutiert und interpretiert: Welche Themen beschäftigen die Kinder gerade? Warum haben sie diese Anregung aufgenommen, die anderen aber nicht? Wie kann ich dieses oder jenes Kind dazu bringen, sein Projekt in seinem Sinne weiter zu entwickeln?