Spielzeug für Kleinkinder

Die Spielwarenbranche bringt jedes Jahr ein riesiges Angebot an Spielzeugen auf den Markt. Doch in den Köpfen vieler Erwachsener herrscht Ratlosigkeit. Welches Spielzeug ist für das Kleinkind das richtige? Gibt es mädchen- und jungenspezifische Spielzeuge? Und wie viel Spielzeug darf ich meinem Kleinkind zumuten? Die pädagogischen Ratschläge sind so zahlreich wie das Angebot an Spielzeugen selbst. Bei allen Entscheidungen sollten zwei Grundsätze berücksichtigt werden:

Weniger ist mehr und einfach in den meisten Fällen besser als kompliziert.

Spielzeuge für den 12. bis 24. Lebensmonat

Grundsätzlich sollte man das Spielverhalten seines Kindes genau beobachten, bevor man ihm ein Spielzeug schenkt. So vermeidet man Überforderungen. Kleinkinder ahmen den Alltag der Erwachsenen nach. Typische Spielzeuge sind die Werkzeugbank und die Spielküche. Dabei entscheidet die Umwelt des Kindes über seine Präferenzen. Wenn der Vater eines Jungens viel Zeit mit Kochen und Hausarbeit verbringt, wird der Junge eher die Küche als Spielgerät wählen. Ein klassisches Spielzeug sind Bausteine. Kinder können sich stundenlang damit beschäftigen, die Steine zu stapeln und nach Form und Farbe zu sortieren. Auch ein Ball wird jetzt ein sinnvolles Spielzeug sein. Er darf nur nicht zu groß sein, damit das Kind ihn leicht greifen kann. Neu gewonnene feinmotorische Fähigkeiten können in dieser Entwicklungsphase an einer Holzeisenbahn ausprobiert werden. Kinder vergessen die Welt um sich, wenn sie die Waggons ihres Zugs an- und abhängen und die Strecke mit ihm abfahren.

 

Spielzeuge für den 24. - 36. Lebensmonat

Kleinkinder in diesem Entwicklungsabschnitt benötigen Spielzeug, mit dem sie einerseits ihre Energie kanalisieren können und das sie andererseits intellektuell fordert. Mit Rhythmusinstrumenten wie Klanghölzern und Tamburins kann die zunehmende Neigung unterstützt werden, sich zur Musik zu bewegen. In keiner Spielzeugsammlung dürfen Bauspielzeuge fehlen, z. B. große Legosteine, mit denen das Kleinkind seine ersten Häuser etc. erschaffen kann. Auch das Einrichten einer Verkleidungskiste ist für dieses Alter sinnvoll, um der Neigung zur Nachahmung der Erwachsenenwelt gerecht zu werden. Problembewältigung und Hand-Auge-Koordination lassen sich mit einem einfachen Holzpuzzle trainieren. Um einen Erfolg zu gewährleisten, sollte das Puzzle ein klares, leicht zu erkennendes Motiv besitzen.

 

Spielzeuge kaufen und selber basteln

Gute Spielzeuge sind langlebig, sicher und teuer. Wer kein Problem damit hat, gebrauchte Spielzeuge zu erwerben, kann sich auf Flohmärkten umsehen. Auch Einrichtungen wie Kitas und Familienzentren richten Spielzeugbörsen aus. Zum Geldeinsparen beim Erwerb neuer Spielzeuge lohnt sich ein Blick in Online-Shops oder Internet-Auktionsplattformen. Oder man tauscht im Freundeskreis entwicklungsgerechtes Spielzeug für sein Kind ein. Wer Zeit und Lust zum Basteln hat, kann selber Spielzeug für sein Kind herstellen. Leicht lassen sich aus großen Pappkartons Spielhäuser und Spielküchen bauen. Für ein Holzpuzzle braucht man eine Laubsäge und etwas Geduld. Oder wie wär's mit einer Gitarre aus Pappkarton und Gummibändern? Machen Sie es Ihrem Kind nach und seien Sie kreativ!