Tierstudien mit Schafen und Affen

Tierstudien deuten darauf hin, dass die oben beschriebene Störung der mütterlichen Hormone durch PDAs auch zu Schwierigkeiten zwischen Mutter und Säugling beitragen können. Forscher, die gebärenden Schafen eine PDA verabreichten, stellten fest, dass die so behandelten Mutterschafe Schwierigkeiten hatten, eine Bindung zu ihren neugeborenen Lämmern aufzubauen, und zwar insbesondere Mutterschafe, die zum ersten Mal lammten und die PDA im frühen Wehenstadium bekommen hatten.(100)

Es gibt keine Langzeitstudien zu den Auswirkungen der PDA auf den betroffenen menschlichen Nachwuchs.

Studien, die an einigen unserer nächsten tierischen Verwandten durchgeführt wurden, geben jedoch Anlass zur Besorgnis. M. S. Gloub et al. verabreichten schwangeren Rhesusaffen am Ende der Schwangerschaft Bupivacain durch eine PDA und beobachteten die Entwicklung der betroffenen Nachkommen bis zum Alter von 12 Monaten (was etwa vier Jahren in der menschlichen Entwicklung entspricht). Sie stellte fest, dass das Erreichen von Entwicklungsmeilensteinen bei diesen Affen nicht normal verlief:

Im Alter von sechs bis acht Wochen fingen sie nur langsam an, feinmotorische Fertigkeiten zu entwickeln, und im Alter von 10 Monaten war das normalerweise auftretende „motorisch gestörte Verhalten“ verlängert.(101) Die Autorin schließt daraus, dass „diese Wirkungen ein Ergebnis der Auswirkungen auf störbare Prozesse im Gehirn während einer empfindlichen Phase sein könnten, oder der Störung der Programmierung der Gehirnentwicklung durch exogene (äußere) Wirkstoffe, oder der Veränderung des frühen Erlebens.“(102)