Wussten Sie schon? Die erste PDA gab es 1885

Der dieser Übersetzung zugrundeliegende Text wurde in überarbeiteter Form aus dem Buch "Gentle Birth, Gentle Mothering: The wisdom and science of gentle choices in pregnancy, birth and parenting" entnommen. Dr. Sarah J. Buckley ist Ärztin für Allgemeinmedizin/Familienmedizin, international geachtete Autorin zu den Themen Schwangerschaft, Geburt und Erziehung und Mutter von vier Kindern, die alle zu Hause geboren wurden. Weitere Texte von ihr sind auf ihrer Homepage  zu finden; dort ist auch ihr neuestes Buch erhältlich.

http://www.sarahjbuckley.com/

Die Quellen der Autorin

Der erste Einsatz einer PDA ist für das Jahr 1885 belegt, als der New Yorker Neurologe J. Leonard Coming Kokain in den Rücken eines Patienten injizierte, der unter „Rückenmarksschwäche und Spermainkontinenz“ litt.(1)

Über ein Jahrhundert später sind PDAs die beliebteste Methode in der Analgesie (Schmerzstillung) in US-Kreißsälen geworden. Im Jahr 2002 gaben fast zwei Drittel der gebärenden Frauen, darunter 59 % der Frauen, die eine vaginale Geburt hatten, an, dass ihnen eine PDA verabreicht wurde;(2) in Kanada waren es 2001-2002 etwa die Hälfte aller vaginal Gebärenden,(3) und in Großbritannien erhielten 2003-2004 vor oder während der Entbindung 21 % der Frauen eine PDA.(4)

Bei einer PDA wird ein lokal wirksames Schmerzmittel (das vom Kokain abgeleitet ist) in den Periduralraum injiziert, also den Raum um die festen Häute (Dura) herum (peri), die das Rückenmark schützen.

Eine konventionelle PDA betäubt oder blockiert sowohl die sensorischen als auch die motorischen Nerven ab ihrem Austritt aus dem Rückenmark. Dadurch kommt es zu einer sehr effektiven Schmerzstillung, aber die Empfängerin der PDA kann den unteren Teil ihres Körpers nicht mehr bewegen.

In den vergangenen fünf bis zehn Jahren sind PDAs entwickelt worden, die geringere Konzentrationen lokal wirksamer anästhetischer Wirkstoffe enthalten, und solche, die Kombinationen aus Lokalanästhetika und Opiatschmerzmitteln (also Wirkstoffen, die dem Morphin und Meperidin ähneln) enthalten, um die motorische Blockade zu verringern.

Daraus ergibt sich eine PDA, die das Umhergehen noch erlaubt. Auch die Spinalanästhesie wird während des Geburtsvorgangs immer häufiger eingesetzt, um für eine geringere motorische Blockade zu sorgen.

Bei der Spinalanästhesie werden Arzneimittel direkt durch die Dura und in den Spinalraum (Subarachnoidalraum) injiziert. Sie sorgen nur für eine kurzfristige Analgesie. Um die schmerzstillende Wirkung für die Wehendauer zu verlängern, werden PDAs jetzt auch gleichzeitig mit einer Spinalanästhesie verabreicht.

PDAs und Spinalanästhesien bieten der gebärenden Frau die wirksamste Methode zur Schmerzlinderung, die derzeit verfügbar ist, und Frauen, die diese Analgetika verwendet haben, geben an, mit der Schmerzlinderung sehr zufrieden zu sein.

Die Zufriedenheit mit der Schmerzlinderung entspricht jedoch nicht der Gesamtzufriedenheit mit der Geburt,(5) und PDAs werden mit wesentlichen Störungen des Geburtsvorgangs in Verbindung gebracht. Diese Störungen können letztlich die Freude und Zufriedenheit einer Frau an und mit dem Geburtsvorgang beeinträchtigen, und sie können ebenso die Sicherheit der Geburt für Mutter und Kind gefährden.