Arzneimittel und Toxizität

Jedes Arzneimittel, das die Gebärende bekommt, wird durch die PlazentaPlazenta
ein spezielles Organ für die Schwangerschaft
an ihr Baby weitergegeben, das für toxische Wirkungen empfindlicher ist. Die maximalen Wirkungen sind am wahrscheinlichsten bei der Geburt und in den
 Stunden unmittelbar danach zu erwarten, wenn die Arzneimittelkonzentration am höchsten ist.

Es gibt wenige Studien zum Zustand von PDA-Babys bei der Geburt, und fast alle davon vergleichen Babys, die nach einer PDA geboren wurden, mit Babys, die unter der Geburt Opiatwirkstoffen ausgesetzt waren, von denen bekannt ist, dass sie schläfrig machen und Atemprobleme verursachen. Diese Studien ergeben kaum einen Unterschied zwischen PDA- und Nicht-PDA- (üblicherweise mit Opiatkontakt) Babys hinsichtlich Apgar-Wert und pH-Wert der Nabelschnur, die beide ein Maß für den Zustand des Babys bei der Geburt sind.(78) Es liegt jedoch eine Erhebung in einer großen Population aus Schweden vor, die ergab, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen einer PDA und einem niedrigen Apgar-Wert bei der Geburt besteht.(79)

Es gibt auch Berichte über eine Arzneimitteltoxizität bei Neugeborenen durch PDA-Wirkstoffe, insbesondere bei über eine PDA verabreichten Opiaten.(80) Die Neugeborenen-Opiattoxizität scheint bei höheren Dosierungsschemata wahrscheinlich zu sein, insbesondere bei solchen, bei denen die Mutter sich selbst zusätzliche Dosen verabreichen kann. Jedoch gibt es sehr große Unterschiede in der Empfindlichkeit der einzelnen Neugeborenen.(81)

Man muss bedenken, dass die Fähigkeit, Arzneimittel zu verarbeiten und auszuscheiden, bei Neugeborenen weit weniger ausgeprägt ist als bei Erwachsenen. So beträgt beispielsweise die Halbwertszeit (die Zeit, die es dauert, bis die Arzneimittelkonzentration im Blut halbiert ist) für das Lokalanästhetikum Bupivacain (Marcain) beim Neugeborenen 8,1 Stunden im Vergleich zu 2,7 Stunden bei der Mutter.(82) Außerdem spiegeln die Arzneimittelkonzentrationen im Blut möglicherweise die toxische Belastung des Babys nicht korrekt wieder, da Arzneimittel aus dem Blut in die Gewebe, z.B. in Gehirn und Leber, des Neugeborenen aufgenommen werden können,(83) aus denen sie langsamer wieder freigesetzt werden.(84)

In einer jüngeren Übersichtsarbeit wurden bei einer PDA ausgesetzten Babys auch höhere Gelbsuchtraten festgestellt. Dieses Ergebnis kann auf die vermehrten instrumentengestützten Entbindungen oder den häufigeren Gebrauch von Pitocin zurückzuführen sein.(85