Leichte Geburt eines schweren Kerlchens

Spontangeburt mit einem Gewicht von 4670g, KU 38cm, Länge 52cm

Am Wochenende vor Weihnachten erwischte mich erstmal eine dicke Erkältung - oh nein, die ganze SS war ich topfit und gesund und so kurz vor ET  fühlte ich mich sooo hundeelend. Ich dachte nur, das Kind kommt bestimmt 2 Wochen später, so kann ich keine Geburt durchstehen.

Montags ging es mir dann schon etwas besser, jedoch hatte ich den ganzen Tag mehr oder weniger regelmäßig Senkwehen. In der Nacht auf Dienstag blieben die Wehen - mal kamen sie alle 30, mal alle 10 Minuten. Ich schlief kaum und beschloss, am Morgen gleich die Hebi anzurufen.

Am Dienstag stand ich gleich um 6.30 Uhr mit meinem Mann auf, froh dass die Nacht endlich vorbei war, duschte in Ruhe, "frisierte" mich noch so gut es ging ;-) und stellte dann auf der Toilette etwas Durchfall fest. Hmmm - ob es doch schon losgeht? Mira lag im Bett und jammerte, ich nahm sie mit ins Ehebett, wo sie zum Glück wieder einschlief. Um halb acht rief ich die Hebi an, die meinte, sie sei in einer Stunde da.

Sie kam an, und wir machten erstmal CTG. Die Wehen waren deutlich und regelmäßig - ich war aber nach wie vor der Ansicht, dass ich an diesem Tag KEIN Kind kriege. Und zu meinem Erschrecken meinte sie: "Muttermund ist schon bei 4cm, regelmäßige Wehen. Wir fahren jetzt ins KH, machen die Fruchtblase auf und dann kann es schnell gehen" Ich : Och nö, nicht heute, ich will lieber schlafen, ich mag kein Kind bekommen! Naja, trotz meiner geringen Motivation zogen wir uns an, warteten noch auf den Babysitter und fuhren los. Um 10.00 Uhr waren wir im Kreissaal. Erstmal gemütlich CTGCTG
Abkürzung für Cardiotokogramm
schreiben, Papiere ausfüllen, so langsam musste ich die Wehen doch veratmen.

Um halb 11 öffnete die Hebi meine Fruchtblase (aua!) und dann wurden die Wehen kontinuierlich stärker - "Ich will dich jammern sehen" war der Kommentar meiner Hebi dazu. Ich lief im Kreissaal hin und her, stützte mich auf die Sprossenwand, bis die Wanne voll war. So um 11 Uhr lag ich dann darin. Die Atmosphäre war super entspannt, die Hebi meinte nur die ganze Zeit "es läuft wie am Schnürchen". MuMu war mittlerweile bei 7cm.

Zwischendurch kam der Arzt rein und meinte, ich könne alles an Schmerzmitteln bekommen was ich wollte, worüber die Hebi nur lächelte. Ich jammerte derweil vor mich hin, die heftigen Übergangswehen veratmete ich mit lauten "Auas". Plötzlich meinte die Hebi ich sollte mal langsam mitpressen und das tat ich auch, so waren die Schmerzen wieder viel besser auszuhalten. Mich wunderte nur, dass das Pressen "untenrum" gar nicht weh tat. Die Austreibungsphase brauchte dann doch immerhin 30 Minuten, die Wehen wurden zwischenzeitlich schwächer, so dass ich Oxitozin-Nasenspray bekam. Mein Pressdrang war auch nicht sooo stark, daher musste ich mich wirklich anstrengen. Ich bin froh, dass ich so einen tollen Mann habe, der mich richtig motivierte und anfeuerte. Ich durfte wieder das Köpfchen fühlen - und dann tat es "unten herum" doch noch richtig weh, als mein kleiner Mann dann endlich richtig herauskam. Ach - war das schön! Ich bekam ihn auf den Bauch gelegt und der Papa duchtrennte die Nabelschnur. Anschließend ging es raus aus dem Wasser, die Nachgeburt kam recht schnell und ich fragte ganz verängstigt nach Rissen. "Nur ein paar Abschürfungen" meinte der Arzt.

Ich konnte es kaum glauben - sooo ein riesen Baby ohne Riss und ohne Schnitt! Innerhalb von 3 Stunden geboren! Und die Schmerzen waren (im Gegensatz zu der ersten Geburt  wirklich auszuhalten! Ich war richtig stolz so eine "Bilderbuchgeburt" hinbekommen zu haben.