Mein Baby in der Kinderklinik

Mittags kamen eine Schwester und eine Kinderärztin ins Zimmer und sagten mir, das mit den Blutwerten etwas nicht passt. Sie würden Fabian um 15.00 Uhr abholen, auf die Kinderstation verlegen und dort Untersuchungen machen.
Uff, das hatte gesessen!

 


Wir beide waren total verstört und fingen an zu weinen. Es schien alles so unwirklich. Wir haben uns immer wieder gesagt, das es nichts schlimmes sein kann, wo doch der Kinderarzt noch vorhin meinte, das es Fabian um Lichtjahre besser geht!
Als wir dann um 16.00 Uhr auf die Kinderstation gingen, brach es mir fast das Herz. Ich sah meinen kleinen Wurm dort im Wärmebett liegen, total verkabelt, eine Sonde am Kopf und eine Menge Schwestern um ihn rum. Er weinte herzzerreissend. Ich bin sofort zu ihm hin und hab ihn versucht zu trösten, aber ich konnte ihn ja nicht mal auf den Arm nehmen. Mit Tränen in den Augen versuchten wir, Fabian Mut zu machen, wir wussten ja zu dem Zeitpunkt noch nichts genaues.

Als ich dann eine Schwester fragte, was das Ganze zu bedeuten hat, erklärte sie mir, das Fabian einen zu hohen CRP-Wert hat, Antibiotika bekommen muss und im Wärmebett bleibt, damit sie ihn atmen sehen können. Das war der erste Hammer! Wir wurden nicht gefragt, ob wir einverstanden sind, das er Antibiotika bekommt.
Die nächsten zwei Tage sahen so aus, das wir keinen Arzt zu Gesicht bekommen haben, der uns über die Behandlung aufklärt hat, wir haben immer wieder darum gebeten. Ich wollte genau wissen, was der CRP-Wert überhaupt ist. Es konnte oder wollte mir keiner erklären. Erst in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch war eine sehr nette Nachtschwester da, die mir geduldig meine Fragen beantwortete.


Nun war ich noch auf der Wöchnerinnenstation und war den ganzen Tag mit meinem Mann bei Fabian, zum Stillen wurde er aus dem Bett genommen und danach aber gleich wieder reingelegt, also nichts mit kuscheln. Nachts haben die von der Kinderstation dann auf meinem Zimmer angerufen, wenn Fabian aufgewacht ist und Hunger hatte. In dieser Zeit lernte er von den „netten“ Schwestern auch den Schnuller kennen, obwohl ich das ausdrücklich verboten hatte (es stand sogar auf der Akte)!


Am Mittwoch wurde ich dann von der Wöchnerinnenstation entlassen und ließ mich als Begleitperson auf der Kinderstation einschreiben. Fabian musste nicht mehr ins Wärmebett, sondern konnte endlich in diesem Babybett schlafen. Die Kabel für die Sauerstoffsättigung, Herzschlag, etc. sowie die Infusion am Kopf waren aber immer noch dran. Ich wurde mit ihm in ein Zimmer gelegt, in der noch eine Frau mit kleiner Tochter war, die an denselben Geräten wie Fabian hing. Jedesmal, wenn sich die Zwerge bewegten, verrutschten die Sensoren und machten keinen Kontakt mehr, also ging der Alarm an. Dann klebten die Elektroden nicht mehr, wieder Alarm! Es war eine nervliche Zerreißprobe, man denkt ja in jedem Augenblick, das etwas mit dem eigenen Kind ist! Die Frau und ich waren kurz davor, eigenmächtig alle Kabel zu entfernen, damit wir wenigstens ein bisschen schlafen konnten.

 Durch dieses ganze Gewusel war auch noch die Sonde am Kopf verrutscht und musste neu gelegt werden. Mein Mann konnte das Weinen unseres Kindes dabei nicht ertragen und ging raus. Ich versuchte, stark zu bleiben und mein Baby zu beruhigen, obwohl ich am liebsten davongelaufen wäre. Fabian hat in seinem ganzen bisherigen Leben noch nie so geweint wie in diesem Moment, ich war so schwer für mich.

Mein Mann und ich waren starr vor Angst, konnten das alles irgendwie nicht glauben und waren nicht fähig, darüber zu sprechen, geschweige denn Fragen an die Zwei zu stellen.Kurz vor 15.00 Uhr kamen sie dann wieder, aber Fabian stillte gerade. Sie fragten mich, wie lange das wohl noch dauern würde. Woher sollte ich das wissen? So lange kenne ich mein Kind noch nicht. „Wir kommen in einer Viertelstunde wieder, bis dahin muss er fertig sein.“ Er war natürlich nicht fertig und ich musste ihm das erste mal die Brust entziehen. Sie nahmen ihn mit und wollten erstmal ein paar Untersuchungen durchführen. Wir sollten in einer Stunde auf die Kinderstation kommen, damit sie mit uns die Behandlung durchsprechen konnten.