Die Geburt: wie im falschen Film.

Dann folgte das übliche: Apgar-Test, Mini-Riss nähen, messen und wiegen (4 Kilo, 57 Zentimeter, was für ein Riesenkind!). Mein Mann saß blass und mit zitternden Händen dabei, realisierte erst langsam, was gerade passiert war und was er und ich soeben zu zweit gemeistert hatten.

Annika bekam eine Windel an und wurde in ein dickes Handtuch gepuckt und zu uns in die Mitte gelegt, und dann verabschiedete sich die Hebamme und wir schliefen weiter bis zum nächsten Morgen als sei in den knapp zwei Stunden Wachsein dazwischen nicht viel geschehen - und dabei war doch unser wunderbares zweites Kind geboren worden!

Am nächsten Tag kam dann die stolze große Schwester zum Gucken und gemeinsamen Kuscheln im Familienbett, und es war wunderschön. Das Stillen klappte diesmal von Anfang an schmerzfrei.

Mein Mann und ich hatten noch eine Weile zu Knabbern an der Heftigkeit dieser Naturgewalt, die uns da so schnell überfallen hatte, dass wir sie ohne Hilfe meistern mussten, die ganzen Vorstellungen davon, wie unsere zweite Hausgeburt laufen sollte, hatte Annika über den Haufen geworfen (wir waren nicht einmal dazu gekommen, unser Schild noch aufzuhängen). Aber am Ende steht ein wunderbares kleines Mädchen und das gute Gefühl, es ein zweites Mal geschafft zu haben, mein Kind in einer selbstbestimmten, natürlichen Geburt zu Hause zur Welt zu bringen.