Papa als Geburtshelfer!

Foto: Gerd Altmann

Dann, auf einmal, spürte ich einen unbändigen Drang zu Schieben. "Es kann ja eigentlich nicht sein, aber ... ich bilde mir gerade ein, ich habe Presswehen", stammelte ich. Ich warf mich rücklings aufs Sofa und schrie wie eine Wilde. Die nächsten 10 Minuten hätten original einem abgedrehten Film entsprungen sein können.

 

"Ich sehe Blut", sagte mein Mann. Und kurz darauf: "Oh mein Gott, ich sehe den Kopf."

Panisch rief er die Hebamme auf dem Handy an: "Der Kopf! Ich sehe den Kopf!" - "Dann fang es auf!", rief sie nur.

Mein Mann stellte das Telefon auf Lautsprecher und legte es neben uns, meine Hebamme versuchte uns noch per Telefon Tipps zu geben, aber ich verstand nichts, weil ich so laut schrie. Ich war wie von Sinnen und konnte nur noch brüllen und schieben, und mein Mann war der beste Geburtshelfer der Welt: Hielt meine Hand, beruhigte mich, legte die Hand auf Annikas Köpfchen, damit sie nicht zu schnell rauskommen sollte, dass der DammDamm
Teil des Beckenbodens
heil bleibt (das hatte er noch aus dem Geburtsvorbereitungskurs behalten - irre, oder?).

In dieser surrealen Atmosphäre wurde unsere zweite Tochter geboren, mein Mann, der klassische Ich-kann-kein-Blut-sehen-und-bleibe-nur-am-Kopfende-Typ, nahm sie in Empfang und legte sie mir auf den Bauch, wo ich sie erst mal aus der Nabelschnur wickelte.

Mein Mann deckte sie mit Handtüchern zu, und ich legte sie gleich an die Brust. Dann hörten wir unsere Hebamme am Telefon: Ich steh jetzt vor der Tür - ist alles geschafft? Kann ich klingeln? Das konnte sie, und als mein Mann ihr aufmachte, sagte sie: "Na, ihr Tollen! Klasse habt ihr das gemacht!"

Inzwischen war es 4 Uhr, knapp eine Stunde nach Wehenbeginn

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