Die ureigene Handwerkskunst der Hebammen: Ein Dammschutz

Die Hebamme versucht einen Dammriss  oder -schnitt unter der Geburt zu verhindern. Der Dammschutz ist eine alte Handwerkskunst der Hebammen. Und wie bei jedem Handwerk "können" wir ihn mehr oder weniger gut.

Die Hebamme "bremst" das Kind damit Gewebe Zeit hat sich zu dehnen

Dies tut sie vornehmlich mit der linken Hand, die zusätzlich noch den Kopf des Babys Richtung SchambeinSchambein
Knorpelhaltige Knochenverbindung der beiden Hüftbeine, die sich bei zu engem Becken bei der Geburt lockern kann.
drückt. Gleichzeitig hält die rechte Hand mit abgespreiztem Daumen (wie ein C) das Dammgewebe. Da das Kind mit dem Gesicht Richtung Gesäß der Mutter schaut, wird mit diesem C-Griff die Stirn des Kindes umfasst.

Sehr theoretisch, aber besser kann ich es nicht erklären.

Um zu verstehen, warum man geschnitten wird, reißt oder auch alles heil bleibt, vorab ein paar Erklärungen.
Der Beckenboden  ist ein kompliziertes Gebilde und hat viele Funktionen. Man kann ihn trainieren wie andere Muskeln auch. Nicht zu beeinflussen ist das eigene Bindegewebe, die Größe Ihres Kindes und das Können der jeweiligen Hebamme.

Von diesen Faktoren hängt nicht unerheblich ab, ob es Geburtsverletzungen gibt oder nicht. Auch Kinder über 4 Kilo kann man ohne Blessuren zur Welt bringen. Andere haben bei wesentlich kleineren Babys schon diverse Risse, weil das Gewebe nicht hält.

Da hilft leider auch keine noch so kunstfertige Hebamme. Wir können das Ganze nur in Grenzen halten, nicht verhindern. Ein großer Dammriss ist für jede Hebamme eine gefühlte persönliche Beleidigung, die an den eigenen Fähigkeiten zweifeln lässt. Der intakte DammDamm
Teil des Beckenbodens
dagegen eine Bestätigung ihres Könnens. Sie wird sich also anstrengen.