Dann geht es mit einem meckernden Kind weiter. In der Fußgängerzone lasse ich Johan wieder raus, leider ausgerechnet vor so einem blöden Ruckelauto. Aber gut, ich bilde mir immer noch ein, dass ich eine geduuuuuuldige Mutter bin! Da kann jeder noch so blöd gucken!

 

Johan sitzt im Auto. Er sitzt laaaange im Auto! Dann will er raus und weitergehen.


Ich hab kurz das Gefühl, dass ich eine gute Mutter bin.


Da kommt ein anderes Kind, das in das Auto will. Johan will auch wieder ins Auto. Da er alleine nicht hineinkommt, gehe ich ein gutes Stück weiter. Er wird schon hinterherkommn.
Die alten Männer auf der nahestehenden Bank lauern gespannt auf meine Erziehungskünste...
Johan kommt nicht. Johan hört meine Rufe nicht, Johan interessiert sich überhaupt gar nicht dafür, wo ich bin, er interessiert sich nur für das Kind in SEINEM Auto.


Aber ich bin eine geduldige Mutter...
Da kommt ein Auto durch die Fußgängerzone gebrettert. Ich laufe zu Johan zurück, nicht ohne das Gemeckere der alten Männer über inkonsequente junge Mütter zu hören. Konsequenz ist wichtig! Man muss unbedingt konsequent sein, dafür sollte man wirklich alles in Kauf nehmen. Auch, dass das eigene Kind vom Auto überfahren wird...

 

Ich danke Gott auf Knien, als ich die Haustür hinter uns schließe, leider steht hinter der Haustür das Dreirad unserer Nachbarn. Als ich mit meinem schreienden Kind endlich im 3. Stock angelangt bin (ich male mir lieber nicht aus, wie sich das in der 40. Schwangerschaftswoche anfühlt), höre ich, wie jemand in einem unteren Stockwerk eine Tür knallt. Ich werde das Gefühl nicht los, dass dies eine dezente Bitte sein soll, sich im Treppenhaus leiser zu verhalten und nehme mir vor, dieser Bitte beim nächsten Mal nachzukommen.

Das Wohl meiner Nachbarn liegt mir am Herzen