Ich nehme Johan wieder an die Hand und versuche, mit ihm das Treiben aus der Ferne zu beobachten.

Vergiss es, Mama!

Ein neuer Versuch, ihn loszulassen, endet auf der Straße. Ich nehme Johan erneut an die Hand, Johan zieht es vor, sich auf den Boden zu schmeißen und zu schreien.

 

Es gibt drei Möglichkeiten.

Nein, Johan freundlich zu bitten, wieder aufzustehen und die Straße zu verlassen, ist keine davon!

Ich kann ihn entweder auf der Straße liegen lassen (okay, auch diese Möglichkeit zählt nicht), ein sich windendes und schreiendes Kind ein paar hundert Meter wegtragen und hoffen, dass sich dort eine Ablenkung bieten wird (wird mit zunehmendem Bauchumfang zunehmend beschwerlicher) oder mein Kind in Sicherheit bringen und es in den Kinderwagen stopfen und festschnallen.

 

Ich fühl mich böse, entscheide mich aber dennoch für die letzte Variante. Zuvor muss ich Johan allerdings seine Jacke wieder anziehen. Dabei schmeißt er sich noch 3mal auf den Boden, knapp an der Hundekacke vorbei. Die Leute bleiben stehen und glotzen. Schließlich sitzt Johan mit Jacke und ohne größere Verletzungen (kleine Schürfwunden und Beulen vom Kopf auf das Pflaster schlagen nicht mitgezählt) im Wagen (Gottseidank!).

 


Die Leute gucken immer noch blöd und ich fühle mich noch ein bisschen böser.

 

Eine alte Frau ist so freundlich und unterstützt mich.
Sie zeigt Johan ihren Gehstock und sagt: "Siehst Du das hier? Damit bekommst Du was auf den Popo, wenn Du jetzt nicht ruhig bist!"
Kurze sinn- und ergebnislose Diskussion darüber, warum man Kinder nicht schlägt und fremde schon gleich gar nicht. Dass man auch lange sinn- und ergebnislose Diskussionen über dieses Thema führen kann, habe ich bereits gelernt.