Eine immer noch aktuelle Stillwerbung von 1924

 

Wie sorgt der liebe Gott so treu
für jedes Kindlein, das er neu
der Mutter gibt. Zu gleicher Zeit
macht er die Nahrung ihm bereit,
die einzige, die schon sein Magen,
sein kleiner Körper kann vertragen,
die alles, was es braucht enthält.


Wie aber geht es auf der Welt?
Der einen ist`s nicht angenehm,
sie findet Flaschen so bequem-
die and`re bildet sich gar ein,
es könnte keine Milch dasein -
und manche Überschlaue meint,
sie wüßt`es besser, ihr erscheint
die Milch zu dünn, zu gelb, zu blau,
als müßte sie erst ganz genau
den lieben Gott einmal belehren,
wie er die Kindlein müßt`ernähren.


Was ist die Folge? Not Verderben!
Zahllose Flaschenkinder sterben,
und ungezählte noch erkranken.
Ist das dem Zufall nur zu danken?
Nein! Tiermilch ist stets wohlbedacht
genau für`s junge Tier gemacht,
die Kuhmilch für den Kälbermagen.
Wie soll ein Kind sie da vertragen?
Paßt wohl zu unserm Kind die Kuh?
So wenig paßt die Milch dazu;
sie strengt den Darm, den Körper an -
manch Kind ging schon zugrunde dran.
Drum, Mütter, ernstlich seid gebeten:
Laßt Euch nicht durch die Kuh vertreten!



Quelle:
Auszug aus: Säuglingspflege in Reim und Bild
Autorin: Elisabeth Behrend, mit einem Geleitwort des ltd. Chefs der Hannoverschen Kinderheilanstalt
Hrsg. Leipzig, Berlin 1924