Es wird Abend.

Ich luge immer mal wieder nach der Uhr und freue mich, dass sich die magische 7 in Riesenschritten nähert. Ich stecke das Kind, das immer noch Pastinake in den Haaren hat in die Badewanne und bin froh und dankbar, dass es zu Hause Jalousien vor den Fenstern gibt, so dass nicht alle Nachbarn die um halb 7 Uhr Abends ihr Nachtmahl einnehmen erfahren müssen, was Körbchengröße H wirklich bedeutet.

 

Dann singe ich Schlaflieder, bis mein Sohn einschläft. Um halb 9 und zwei Nervenzusammenbrüche meinerseits später, die mein Mann nur durch beherztes Einschreiten gerade noch abwenden kann, schläft mein kleiner Engel tief und fest, in seinem Gitterbettchen, auf die Seite gerollt, einen Arm um seinen Teddy gelegt, Sabber tropft in kleinen Fäden aus seinem Mundwinkel und mir kommen die Tränen vor Rührung.

 

Einen kurzen schizophrenen Moment lang bin ich fast traurig, dass er jetzt schon schlafen muss, doch ich tröste mich mit dem Gedanken, dass das nicht lange dauern wird...

Ich bleibe noch einen Augenblick sitzen und überlege mir, was ich mir für heute Abend vorgenommen hatte:

Die Babyfotos einzukleben,

endlich mal wieder etwas zu schreiben,

das Buch zu lesen, das meine Mutter mir zu Weihnachten geschenkt hatte,

die Papierkörbe mit Serviettentechnik zu bekleben,

die Vorhänge aufzuhängen,

den Backofen zu reinigen,

die Blumen umzutopfen,

 meine alte Freundin aus Bamberg anzurufen,

 den Teppich mit Teppichschaum zu behandeln,

mit der Katze zu spielen,

zwei Texte für die Uni zu lesen,

mit meiner Mutter zu telefonieren,

die Schwangerschaftssachen bei Ebay einzustellen,

mich mal wieder mit meinem Mann zu beschäftigen.

 

Ich gleite sanft hinüber in das Reich der Träume.