von Anna Maria Brinkel

Mittags in der Mensa werde ich mit Erstaunen feststellen, dass die Köche es tatsächlich fertig gebracht haben, eine Suppe zu kochen, die nach nassem Hund riecht

Ansonsten ist der Tag bislang auch nicht gerade einer von denen, die man sich rot im Kalender anstreicht:

Am Morgen bin ich durch einen hellen Schmerz geweckt worden. Die kleinen Fingerchen meines 8 Monate alten Sohnes, den ich nach dem nächtlichen Stillen im Halbschlaf unter der Bettdecke vergessen habe, haben sich in meinen Haarsträhnen verheddert. Das hat zur Folge, dass ich laut fluchend aus einem üblen Traum erwache.

Das wiederum hat zur Folge, dass mein Sohn sich vor der heftigen Bewegung erschreckt und laut anfängt zu plärren, was wiederum meinen Mann auf den Plan ruft, der mit der denkbar schlechtesten Laune aufwacht, die man sich vorstellen kann. Das hat zur Folge, dass er nicht dazu bereit ist, Kaffee zu kochen.

 

Mieser Anfang.

 

Und es wird nicht besser.

Ich habe am Vortag vergessen die Waschmaschine anzuschmeißen. Die Klamotten, die neben unserem Bett auf dem Boden liegen, sehen ein wenig aus, wie panierte Schnitzel: Eine Schicht Babyspucke und dann in weiß-roten Katzenhaaren gewälzt. Das würde ja gar nicht so sehr auffallen, wären nicht alle Sachen, die ich besitze, aufgrund eines dramatischen - schwangerschaftsbedingten - Figurverlustes schwarz.

 

Schwarz kaschiert.

Erzähl das mal jemandem, der eine weiß-rote Katze im Fellwechsel besitzt.