Ein Erbnisbericht vom Schnulleralarm in Oberhof

Die Forumsbienen haben endlich ein Gesicht

Nachdem wir kreuz und quer durch Oberhof gegondelt waren und einige Straßenkreuzungen dreimal gesehen hatten („Ab dem Kreisel ist das Naturfreundehaus ausgeschildert“ – ja ja, liebe Homepage…), erreichten wir unser Domizil um halb acht abends. Neben unserem Auto lud eine Frau einen Kinderwagen ein und sagte, wir würden schon erwartet. Ich hatte nicht die geringste Ahnung, wem ich gegenüber stand (sorry, Anke ) und grüßte daher erstmal nur unverbindlich. Am Empfang stießen wir auf Monica, ein weiteres Gesicht, auf das ich mir keinen Reim machen konnte, und wurd ebenso herzlich empfing. Zum Glück trugen alle Namensschilder, so dass ich Barbara (Jauchzerle) und Judica (Eowyn) gleich erkannte. Wir checkten ein und wurden gebeten, gleich unser Abendessen nachzuholen, welches wir versäumt hatten. Auf dem Weg zu unserem Zimmer liefen uns schon die meisten anderen über den Weg, und es war erstaunlich, wie viele ich doch im Vorbeigehen erkannte.

 

Wir stellten die Taschen in unser Zimmer, Martin baute das Reisebett auf, und wir versuchten, den todmüden Janis ins Bett zu bringen, der auch gleich einschlief. Im Aufenthaltsraum erfuhren wir, dass Gisela unterwegs eine Autopanne erlitten hatte, umdrehen musste und nun mit einem Mietwagen auf dem Weg war. Erstaunlicherweise und ganz gegen unsere Gewohnheit waren wir also nicht die letzten. 

 
Da wir kein Babyphon besitzen, wechselten wir uns während des Essens im Zehn-Minuten-Takt ab, zwei Stockwerke hoch zu laufen und im letzten Zimmer am Ende des Ganges nach Janis zu sehen. Zehn Minuten später also saß Janis mit uns unten am Tisch…  Soviel zum Thema todmüde… Das Essen war aber, fand ich, ganz gut, und blieb auch so.

Als wir mit dem Essen fast fertig waren, trudelte Gisela dann auch ein, mit Mann und zwei Kindern (Max und Sasha). Wir klönten ein bisschen, dann musste die Gisela-Fraktion unbedingt noch ein bisschen draußen Laufen.

Martin versuchte derweil, Janis erneut ins Bett zu bringen, und ich setzte mich zu den anderen in den Aufenthaltsraum, wo das große Erzählen begann.
Es war wirklich sehr spannend, die ganzen Gesichter hinter den Nicks kennen zu lernen und das Bild, das man sich im Laufe der Zeit von den Usern gemacht hatte, an der Wirklichkeit zu überprüfen. Überrascht haben mich eigentlich die Wenigsten. Martina (Wudwud) hätte ich mir ein bisschen anders vorgestellt, irgendwie gesetzter.  Und Gisela, auf die ich so gespannt gewesen war, entsprach letzten Endes genau dem Bild, das ich mir von ihr gemacht hatte.  Na ja, so richtig gut kennen gelernt hat man die Leute ja auch nicht, für richtig tief schürfende Einzelgespräche blieb – zumindest mir – leider keine Zeit. Es entsprachen aber aus meiner Sicht eigentlich alle ihrem Forumscharakter. Gelogen hat hier keiner!  Na ja, von mir waren vielleicht einige enttäuscht – ich kann halt besser schreiben als Reden.  In großen Runden bin ich meist diejenige, die still dabei sitzt und nie dazwischen kommt. 

 

Etwas später, es mag so halb zehn gewesen sein, erschien Gisela an der Glastür des Aufenthaltsraums, in Begleitung einer älteren Dame. „Guten Abend“, sagte die Dame. Wir starrten sie an, zum Teil verwirrt, zum Teil ungläubig, und wiederholten artig: „’n Abend!“ Während ich noch überlegte, ob ich vor der Erscheinung auf die Knie fallen sollte, sprang Mandy auf und umarmte dieselbe. Auf die irritierte Frage von Holger (Majonies Mann) antwortete schließlich jemand: „Das ist der Boss!“ Na, das gab ein schönes Durcheinander! 


Mittlerweile war Janis wieder mit von der Partie und konnte seine vielfache Retterin live bestaunen, was er nicht weniger offensichtlich tat als seine Mutter.  (Er hatte hellwach in seinem Bettchen gespielt, da hab ich beschlossen, dass sein Rhythmus eh durcheinander ist und wir nicht 300 km gefahren sind, damit einer von uns den Abend auf dem Zimmer verbringt, während er darauf wartet, dass das Kind einschläft.) Um halb elf ging er dann endlich mal ins Bett, und wir fuhren fort mit der Zehn-Minuten-Taktik, bis wir um halb eins oder so die Nacht begingen.

Samstagmorgen gab es Frühstück um acht Uhr. Vormittags wollten wir in die Therme, wo wir pünktlich zur Öffnung der Pforten um zehn Uhr auf der Matte standen. Wir schlossen uns der laufenden Gruppe an (mit Judica, Sina, Martina und Ute), der Rest fuhr den knappen Kilometer mit dem Auto.


Zuerst verbrachten die meisten Kinder mit Müttern bzw. Vätern ihre Zeit im Babybecken, während ich eine enorme Anzahl Fotos knipste (Link unten). Carolina (von Desdemona) erwies sich, denke ich, als die Mutigste, denn sie stapfte munter im Wasser hin und her und legte dabei ziemliche Strecken zurück. Sasha dagegen war gar nicht so angetan von diesem Element und musste von Gisela mit Nachdruck überzeugt werden…

 
Später verteilte sich alles ein bisschen. Martin, Janis und ich unternahmen einen Streifzug in das große Spaßbecken. Janis fand das ziemlich interessant, klammerte sich aber doch recht gut an seinen Papa und Anneke, sein Bade-Krokodil. Einige Kinder hielten Mittagsschlaf auf den Liegen, einige Mütter und Väter nahmen die super-coole Wildwasserrutsche in Anspruch. Monica und ich drückten unsere Kinder Martin aufs Auge, der dann mit beiden Händen voll Baby auf der Liege thronte, während wir uns auf der Rutsche vergnügten.  Später nutzten wir die Gelegenheit der Forums-Nahdiagnose und hielten Marlies Janis’ Hautausschlag unter die Nase, der aber erstaunlicherweise so gut wie verschwunden war.


Wir hatten in der Therme erstmal nur für zwei Stunden bezahlt, aber man konnte leicht nachlösen. Die meisten blieben, glaube ich, noch länger. Da Janis aber eh mäkelig wurde, verließen wir das Bad auf die Minute genau nach zwei Stunden. Beim Rausgehen trafen wir auf Sina (Sina_1972) und Julchen und entschieden uns, zusammen Eisessen zu gehen, denn draußen war das Wetter wirklich herrlich. Wir fanden ein nettes Café, wo wir in der Sonne (bzw. im Schatten des Sonnenschirms) sitzen und eine ganze Weile plaudern konnten. Janis aß brav seinen Joghurt, dann brüllte er ein wenig und weckte Julia wieder auf. Auf dem Rückweg (Janis schlief, Julia war wach) machten wir noch einen kurzen Abstecher in den Supermarkt, um – wie etwa 100 % der anderen Teilnehmer auch – etwas zu Trinken und zu Knabbern für den Abend zu besorgen.

 

Ich musste mittags dann erstmal eine Runde schlafen. Martin, Janis und viele andere vergnügten sich währenddessen im Gemeinschaftsraum. Danach sind wir dann mit einigen zusammen in den Rennsteig-Garten marschiert, das war so ein botanischer Garten mit Hunderten von Schildchen, hinter denen wenige Pflanzen zu sehen waren.  War aber sehr schön angelegt, ein netter Spaziergang. Oben am Aussichtspunkt gab Judica uns eine Einführung in die Mythologie Mittelerdes, war auch sehr interessant.  Später flammte noch einmal die Windelfrei-Diskussion auf, die aber auch keine neuen Erkenntnisse lieferte (außer die, dass Monica diese Debatte völlig verpasst hatte).


Den Rest des Nachmittags saßen die meisten draußen vor dem Haus in der Sonne. Janis sollte eigentlich was essen, aber gemäß seinem Ruf nahm er nur ein paar Löffel (von Mandy), um dann konsequent zu streiken.  Ach ja, blamiert hat er mich auch noch insofern, dass ihm das ganze Wochenende kaum mal „Mama“ oder „Papa“ über die Lippen kam, geschweige denn ein anderes Kunststück seiner Sprachkenntnisse, obwohl Mandy ihn mit ihrer Kette zu locken versuchte.  Böses Baby!
Zwischendurch verschwanden einzelne Elternteile unauffällig in Ankes (Stromer) Zimmer, wo Frau Landherr, die Masseurin, ihr mobiles Massage-Bügelbrett aufgebaut hatte. Herrlich entspannend, sag ich euch, da hat sich echt jeder Cent gelohnt! 

 

Nach dem Abendessen und dem allgemeinen Insbettbringen (diesmal waren wir damit erfolgreicher) saßen wir wieder im Aufenthaltsraum zusammen. Gisela brachte die Lose für die Tombola an den Mann. Sogar Pascal (Barbaras Großer) kratzte sein Taschengeld zusammen und kaufte für zwei Euro ein Los.

Prompt gewann er damit einen der beiden Hauptpreise: eine Avent Isis Milchpumpe!  Was ein Elfjähriger halt so gut gebrauchen kann… Na ja, wenn er fix ist mit der Familienplanung… Die zweite Pumpe gewannen wir, die ohnehin ziemlich unverschämt absahnten.  Jetzt haben wir zwei – sehr schön, dann kann Martin mal wieder eine grillen!  Wir wollen sie erstmal behalten und sie bei nächster Gelegenheit verschenken. Ist doch ein klasse Geschenk zur Geburt! Unseren Tee tauschten wir dann noch mit Ute, die gleich drei Packungen mit Wind- und Zinksalbe erwischt hatte.


Nach der Tombola ging der Samstagabend ähnlich weiter wie der Freitag. Es wurde viel geklönt, wir redeten hauptsächlich mit Sina, Mona (Desdemona), Christian (Monas Mann) und Monica, weil das die zufällige Sitzordnung einfach so ergab. Das Forum war eigentlich erstaunlich selten Gesprächsgegenstand, und gelästert wurde – zumindest in meiner Gegenwart  – über niemanden. Ich hab dann noch Monica unsere angebrochenen Kondom-Packungen aufgeschwatzt (wir hatten uns eine ganze Weile durch die Sorten probiert, bevor wir eingesehen haben, dass Martin wirklich eine Latex-Allergie hat…). Irgendwann bin ich dann eingeschlafen, da ist dann dieses äußerst schmeichelhafte Foto von mir entstanden… 

Sonntag nach dem Frühstück – bei dem wir Holgers Geburtstag feierten und alle von seiner Torte probieren durften, die Monas Mutter gebacken hatte – packten alle zusammen und verabschiedeten sich nach und nach. Wir gehörten mit zu den letzten, die im Aufenthaltsraum für Ordnung sorgten (da hab ich mich eigentlich ziemlich drum gedrückt, fällt mir jetzt auf… ) und die Kinder der Zusammenpacker hüteten. So gegen elf düsten wir dann auch ab (in Richtung Schwiegereltern, weshalb wir auch erst jetzt wieder da sind, um zu berichten).

 

Fazit:
Es war suuuuuuuuuuuuuperklasse mit Euch!!!  Mir hat dieses Wochenende echt richtig gut gefallen! Die Leute waren alle supernett. Obwohl es ja eigentlich alles „Fremde“ waren, kannten wir uns ja doch alle, wodurch schnell eine Vertrautheit entstand. Das fand ich sehr schön. Es war immer jemand da, der auf die Kinder aufgepasst hat, da brauchte man überhaupt keine Angst zu haben. Es konnte passieren, dass man zwei fremde Kinder auf dem Schoß sitzen hatte, aber grade gar nicht so recht wusste, wo das eigene nun steckt… Alles kein Problem…
Dadurch, dass es kein starres Programm gab, musste man sich und seine Kinder nicht verbiegen, sondern konnte immer alles so machen, wie’s grad gepasst hat. Alles war ganz herrlich organisiert! 

Und Marlies’ Überraschungsbesuch hat allem die Krone aufgesetzt! 
Das nächste Mal sind wir auf jeden Fall wieder mit dabei!! Und es muss unbedingt ganz schnell ein nächstes Mal geben!!