Jodmangel in der Schwangerschaft und Stillzeit

Ist Deutschland noch flächendeckend ein Jodmangelgebiet? Was soll man in der Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Es hat etwas gedauert, eine unverdächtige Quelle zu finden. Ich habe mich für das Bundesinstitut (BfR) für Risikobewertung entschieden.

Das BfR hat den gesetzlichen Auftrag über mögliche, identifizierte und bewertete Risiken zu informieren, die Lebensmittel, Stoffe und Produkte für den Verbraucher bergen können.

Der gesamte Bewertungsprozess soll für alle Bürger transparent dargestellt werden. Durch eine umfassende, vollständige und nachvollziehbare Risikokommunikation macht das BfR Wissenschaft für den Verbraucher sichtbar und nutzbar. (Quelle BfR)

So weit, so gut. Leider ist aber die Stellungnahme zu Jod lang und nicht unbeding allgemein verständlich. Deswegen kürze und übersetze ich für Sie das Ganze an dieser Stelle. Wer es ganz ausführlich haben möchte, kann den Text im Original als PDF downloaden und auch ausdrucken.

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Das Ganze wird momentan aktualisiert.

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Diskussionen in der Bevölkerung über den Jodbedarf sind nicht neu. Die oft zitierten Zahlen der WHO kann man weder bundesweit anwenden, noch auf jede Altersgruppe übertragen. Dieser Eindruck wird allerdings in vielen Artikeln erweckt. Jedenfalls ist Deutschland bereits seit 2007 kein generelles Mangelgebiet mehr.

Im Prinzip stellen sich zwei Fragen: Sind wir ausreichend versorgt, und was passiert bei Überdosierungen?

Das Institut sagt: Es gibt keinerlei Risiko durch den Jodzusatz in diversen Lebensmitteln zuviel Jod zu sich zu nehmen. Dazu gibt es aber in der Tat nur eine ältere Studie.

Wieviel Jod braucht der Mensch?

Der Minmalbedarf, unter dem gerade noch keine Mangelerscheinungen auftreten, ist mit 1 ug/kg Körpergewicht bzw. 60-120 ug/Tag angegeben.
(Qelle Delange, 1985; Levander und Whanger, 1996)

Um sämtliche Eventualitäten abzudecken, wird von mehreren Instituten empfohlen, die Höchstmenge der Jodzufuhr bei Erwachsenen von 600 ug/Tag generell nicht zu überschreiten.
Diese Dosierungen gelten für gesunde Erwachsene.

Schwangeren und stillenden Frauen wird 230 bzw. 260 ug am  mehr Tag empfohlen. Für Österreich gelten die gleichen Angaben, in der Schweiz liegen sie bei 200 ug.

Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen: Verschiedene Schilddrüsenerkrankungen sind davon ausgenommen. Bitte besprechen Sie als Betroffene darüber mit Ihrem behandelnden Arzt. In der oben verlinkten Datei befinden sich ebenfalls ausführliche Informationen dazu.