Flaschenbreie sind keine Beikost und haben in der Kinder- Ernährung nichts zu suchen

Diese Informationen sind von Ökotest so veröffentlicht worden. Es ist ziemlich ausführlich, und ich hoffe sie so übersichtlich wie möglich gestaltet zu haben. Er wurde von der Redaktion bereits gekürzt,

Kommt nicht in die Flasche!

Trinkmahlzeiten    

Sie sollen hilfreich sein für Babys, die zu müde zum Breilöffeln sind, oder als praktische Mahlzeit für unterwegs. Doch Experten laufen Sturm gegen die viel zu süßen, energiereichen Flüssigbreie. Unser Test fällt entsprechend mies aus.Die Hersteller von Babykost stehen vor einer echten Herausforderung. Die Zahl der Neugeborenen in Deutschland dümpelt mit weniger als 700.000 pro Jahr auf niedrigem Niveau, eine signifikante Trendwende ist - trotz des rege in Anspruch genommenen Elterngeldes - nicht in Sicht. Und damit parallel zur Zielgruppe nicht auch das Marktwachstum schrumpft, muss die Babynahrungsindustrie mit permanent neuen Ideen ihre Produktpalette erweitern.Eine dieser vermeintlichen Innovationen sind Trinkmahlzeiten - trinkfertige flüssige Breie aus Folgemilch und Getreide für Babys ab dem sechsten oder achten Monat. Sie sind mit viel Zucker und Aromen aufgepeppt und enthalten bis zu 250 Kilokalorien pro Portion - ungefähr so viel wie eine halbe Tafel Schokolade. Die Aufmachung der handlichen Tetrapaks suggeriert Eltern, dass sie ihrem kleinen Liebling damit etwas besonders Gutes, weil Gesundes bieten. Von wertvollen Zutaten wie Eisen, Vitaminen, Jod oder Calcium ist da die Rede. Und praktisch sind die kleinen Kraftpakete auch:Sie schmecken nach Aussagen der Hersteller warm oder kalt, sind ideal für unterwegs, müssen nicht extra mit heißem Wasser zubereitet werden und sättigen auch Kinder, die ihren Brei nicht vom Löffel essen wollen. Einfach die Lasche aufziehen und fertig.Doch was für Eltern bequem sein mag, stößt bei Kinderärzten und Ernährungsexperten auf strikte Ablehnung. In einer Stellungnahme der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) unter Vorsitz von Professor Dr. Berthold Koletzko (siehe Interview), heißt es: "Die verbreitete Vermarktung von Beikostprodukten zur Flaschenfütterung ist aus Sicht der Kinder- und Jugendmedizin unakzeptabel." Die Trinkmahlzeiten hätten einen viel zu hohen Energiegehalt und würden am Bedarf gesunder Babys vorbeigehen. Die DGKJ-Kommission appelliert an Kinderärzte, Familien dringend von der Verwendung bei gesunden Säuglingen und Kleinkindern abzuraten und fordert die Hersteller auf, die Vermarktung unverzüglich einzustellen.

Neuere Ergebnisse und Produkte sind bei Ökotest zu finden. Flaschenbreie sind 2014 noch immer auf dem Markt.

 

 

Wir haben 16 Trinkmahlzeiten aus Folgemilch und Getreide sowie Trinkbreie aus Früchten und Getreide der bekanntesten Babynahrungshersteller eingekauft, auf ihre Zusammenstellung hin begutachten und auf gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe untersuchen lassen. Außerdem hat das von uns beauftragte Labor die Produkte mit Folgemilch auf 3-MCPD-Fettsäureester analysiert, ein Schadstoff, der erst kürzlich in die Kritik geraten ist.

Das Testergebnis
...schlägt auf den Magen: Lediglich drei Produkte konnten wir mit "sehr gut" oder "gut" bewerten - ausschließlich Trinkbreie aus Früchten und Getreide in Bio-Qualität, die weder Folgemilch noch Zuckerzusätze enthalten. Die Trinkmahlzeiten schneiden miserabel ab; gerade mal eine schafft ein "ausreichend", zwei sind "mangelhaft", der große Rest ist "ungenügend".

Quelle: Ökotest Mai 2008