Wie die Brustwarzenform das Stillen beeinflusst

So wie jeder Mensch unterschiedlich ist, so sind auch die Brustwarzen einer jeden Frau einzigartig. Während die unterschiedlichen Formen im Alltag kaum eine Rolle spielen, werden sie wichtig, sobald es ums Stillen eines Babys geht.

Das Stillen ist eine hochkomplexe Interaktion zwischen Mutter und Baby und neben der Ernährung des Neugeborenen ein wichtiger Faktor für die Mutter-Kind-Bindung. Wird das Kind direkt nach der Geburt in die Arme der Mutter gelegt und spürt den Hautkontakt, dann werden die kindlichen Reflexe meist von ganz allein aktiviert. Im besten Fall kann das Kind so in den ersten 60 bis 90 Minuten seines Lebens das erste Mal gestillt werden. Wenn es auf der Brust oder dem Bauch der Mutter liegt, dann beginnt es oft von selbst nach der Brust zu suchen.

Das Baby kann auch den Geruch der Brustwarze erkennen, bei Berührung mit den Lippen werden die Reflexe zum Trinken animiert, sodass das Kind „andocken“ kann und der Saugstimulus erzeugt wird. Das Stillen ist also auch eine sehr intuitive Angelegenheit. Trotzdem brauchen frischgebackene Mütter auch hier eine Anleitung von Fachleuten, wie sie das Baby richtig anlegen und welche Problemquellen außerdem vermieden werden sollten.

Frauen, die keine hervorstehenden Brustwarzen haben, können gerade beim ersten Stillen Schwierigkeiten haben. Hier ist mehr Ausdauer gefragt.

Welche Formen gibt es?

  • Flachwarzen haben einen kurzen Schaft, der auch bei Stimulation unverändert bleibt.
  • Schlupfwarzen ziehen sich bei Stimulation zurück.
  • Hohlwarzen fehlt die eigentliche Brustwarze, eine zentrale Vertiefung im Warzenhof zieht sich bei Stimulation noch weiter zurück.

Bei diesen Brustwarzenformen ist es für das Baby schwieriger die Brustwarze zu finden und zu erfassen. Wenn die Brustwarze den Gaumen des Kindes nicht berührt, kann der Saugstimulus ausbleiben. Ein echtes Problem beim Stillen stellen jedoch meist nur die Hohlwarzen dar, die im Gegensatz zu den anderen Formen sehr selten vorkommen. Bereits während der Schwangerschaft verändern sich die Elastizität und Form der Brustwarzen in Vorbereitung auf die Stillzeit. Und auch während des Stillens passen sich die Brustwarzen weiter an. Die zweiten und dritten Kinder haben es dadurch oft leichter, das Trinken zu lernen.

Hohlwarzen und Schlupfwarzen anheben

Nicht nur aus praktischen, sondern auch aus ästhetischen Gründen überlegen viele Frauen mit Schlupf- oder Hohlwarzen diese anpassen zu lassen. Dafür kommen mehrere Möglichkeiten in Frage. Eine dauerhafte Veränderung kann nur eine Operation erzielen. Hier gibt es zwei Vorgehensweisen: Einmal kann die Verbindung zum Milchgang in der Brust gekappt werden, da verkürzte Milchgänge meist der Grund für die Nippelformen sind – damit wäre also auch ein Stillen nicht mehr möglich. Um die Milchgänge zu schonen, kann man das Gewebe auch mit Nähten fixieren, um die Brustwarze zu korrigieren.

Wer nur das Stillen erleichtern möchte, kann verschiedene Hilfsmittel wie beispielsweise sogenannte Brustwarzenformer ausprobieren, die die Brustwarze nach oben drücken sollen. Eine Hebamme oder Stillexpertin kann bei der Auswahl und der richtigen Anwendung helfen.

Eine weitere Methode wäre ein Nippelpiercing, das die Brustwarze anhebt. Da es sich nicht um ein einfaches Brustwarzenpiercing handelt, sollte hierfür unbedingt ein Piercer mit Erfahrung in diesem Bereich ausgewählt werden, damit das gewünschte Ergebnis ohne Komplikationen erreicht wird.