Der Pötzliche Kindstod ist und bleibt ein Rätel

Der Grund für diese Empfehlung: Die Angst vor dem pötzlichen Kindstod. Diese noch immer häufigste Todesursache im ersten Lebensjahr stellt Wissenschaftler und Mediziner vor ein Rätsel: Niemand weiß, woran die Babys genau sterben.

Verschiedene Studien haben aber gezeigt, dass Eltern das Risiko für ihre Kinder senken können, wenn sie drei Dinge beachten: Nicht rauchen! Kind auf den Rücken legen! Schlafsack statt Zudecke! Seit diese Tipps verbreitet werden, ging in Deutschland die Zahl der Todesfälle drastisch zurück.

Die Empfehlung, Babys nicht im Elternbett schlafen zu lassen, leitet sich aus verschiedenen Studien ab, die ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Kindstod zeigen, wenn Eltern mit ihrem Kind das Bett teilen und mindestens einer von ihnen gleichzeitig Raucher ist.

Diese Kombination von Risiko-Faktoren wird in pauschalen Empfehlungen für alle Eltern oft nicht genügend ausdifferenziert. So ist etwa in einer Broschüre zum sicheren Babyschlaf des Landes Rheinland-Pfalz zu lesen, Co-Sleeping mache das Eintreten des plötzlichen Kindstod 15 Mal so wahrscheinlich – dabei wurde diese Zahl in einer Studie in einer Gruppe von ausschließlich rauchenden Eltern ermittelt und auch so veröffentlicht!

Die einzige Studie, die einen Zusammenhang zwischen dem Co-Sleeping nicht rauchender Eltern und einem erhöhten Risiko für den plötzlichen Kindstod zum Ergebnis hat, ist die Untersuchung R.G. Carpenters. Er verglich 745 SIDS-Todesfälle aus 15 Ländern und stellte fest: Auch bei nicht rauchenden Eltern ist das Risiko für den plötzlichen Kindstod in den ersten sieben Lebenswochen im Elternbett erhöht. Allerdings wies Carpenter in derselben Studie auch nach, dass Kinder nach der siebten Woche kein erhöhtes und nach der 22. Woche sogar ein reduziertes SIDS-Risiko haben (1).

 

Nora Wohlfahrt