Ihr Baby weint, weil es nicht sprechen kann

Erwarten Sie von mir bitte nicht, dass ich den Knopf zum Abstellen gefunden habe. Ich wünschte, es wäre so. Babys schreien!! Das ist ihr gutes Recht. Warum? Weil sie nicht sprechen können. Wie sollen sie sich sonst äußern? Vielleicht sind es mal Bauchschmerzen, oder irgendwas stört, aber oft ist keine für uns ersichtliche Ursache zu finden. 

So muss sich die Erkenntnis durchsetzen: Wir sind nicht in der Lage, Säuglinge immer richtig zu verstehen.

Der Anspruch, ein ruhiges Kind zu haben, ist sehr hoch geschraubt. Ist Baby ruhig, kann man sicher sein, es geht ihm gut. Schreit es, werden alle Eltern der Welt nervös. Das merkt Ihr Kleines natürlich und schreit noch mehr. Es hat nämlich den nicht unbegründeten Verdacht, dass die Eltern auch nicht weiter wissen. Darum fühlt es sich im wahrsten Sinne des Wortes nicht gut aufgehoben. Oft verfällt man dann in hektische Aktivitäten, läuft herum, schaukelt, hüpft bis hin zur Runde mit dem Auto. Sehr hilfreich ist dieser Aktivismus nicht.
Ich kann das alles sehr gut verstehen, und wer kann schon ein Baby weinen hören? Ich jedenfalls nicht. 

Mir sagt Ihr Kind auch nicht, was es hat. Und genau da liegt der Knackpunkt. Es hat nämlich etwas. Auch bei uns Erwachsenen gibt es Situationen, in denen nichts hilft, außer sich auszuheulen. Und nun soll man das so einem winzigen Wesen auch "erlauben"? Also ich habe damit wirklich ein Problem. Aber nachdem ich bei meinen Hausbesuchen die folgenden Ratschläge angewendet habe, bin ich davon überzeugt.

Die sogenannte Haltetechnik

Setzen Sie sich mit Ihrem Kind ganz ruhig hin, nehmen es fest in den Arm und lassen es seinen Kummer herausschreien. Sprechen Sie mit ihm, aber gaaaanz ruhig und monoton. Vielleicht wickeln Sie es noch fest in ein Tuch ein. Ich weiß, es ist sehr schwierig so etwas durchzuhalten, aber es lohnt sich.
Nach einer Weile beruhigen sich die Kinder. Meist kommt eine Pause und man ist versucht schon aufzuatmen. Sehr häufig geht es nach kurzer Zeit weiter. In der Regel werden mit der Zeit die Schreiphasen kürzer, und die Pausen länger. Es ist keine Sache von zehn Minuten, sondern kann viel länger dauern. Manchmal sind Kinder auch einfach überreizt, übermüdet oder finden nicht in den Schlaf.
Für alle Situationen kann man diese Methode ausprobieren.

Damit Sie sich erholen können, wäre es sicher eine gute Idee, sich mit dem Papa abzuwechseln. Dieses Thema ist sehr umfangreich, und ich habe hier nur kurz angerissen, worum es geht. Weitere Fragen dazu können wir gerne im Forum klären.

Ein weiterer Vorschlag ist das Pucken. Babys fühlen sich oft in eine Decke gewickelt wohler als "frei" zu liegen. Gerade bei Unruhe, Bauchschmerzen oder Einschlafstörungen kann die feste Wckelweise zur Beruhigung führen. Auch hier möchte ich Ihnen das Tragen noch einmal ans Herz legen. Man kann mit einem Tragetuch ruhig sitzen und muss nicht zwingend herumlaufen.