Je nachdem in welchem Haus Sie entbinden, ist sie eng verknüpft mit dem Kinderzimmer, oder völlig getrennt. Das spielt hier jetzt keine große Rolle, sagt aber etwas über die Einstellung des Hauses zum Stillen aus.
Ich möchte hier dringend empfehlen, sich für rooming-in zu entscheiden. In vielen Krankenhäusern ist es noch immer üblich, den Babys Tee oder Zuckerwasser (Glukose) zu füttern.
Abgesehen davon, dass es bei einem gesunden Kind völlig unnötig ist, kann es dadurch zu einer sogenannten Saugverwirrung kommen, und der Zwerg weiß nicht mehr wie er an der Brust trinken soll. Ist Ihr Kind bei Ihnen, wissen Sie wenigstens, dass Ihre Wünsche nicht ignoriert werden.
Der Magen des Neugeborenen ist so klein wie eine Murmel, er wird erst nach und nach größer.
Das heißt, er kann am Anfang gar nicht viel fassen und wenn ihr Kind ein paar Schlucke Kolostrum trinkt, ist er voll.
Empfehlungen der WHO ( Weltgesundheitsorganisation) sagen, dass Sie Ihr Baby in den Tagen vor dem Milcheinschuss, alle zwei Stunden an die Brust legen sollten.
Es gestaltet sich oft sehr schwierig, weil es sein kann, dass es total verschlafen ist. Geboren werden ist anstrengend. Andererseits ist die Vormilch = Kolostrum sehr wichtig für das Kind. Tja, dann ist es nichts, mit "Stillen nach Bedarf" - bis zum Milcheinschuss. Sie müssen das so niedlich schlummernde Etwas aufwecken!!!
Ich sehe in der Praxis, dass diese zwei Stunden sehr oft nicht möglich sind. Aber auch, wenn Sie "nur" 5-6mal am Tag anlegen, ist ess schon ziemlich gut. Die Dauer des Saugens ist unerheblich. Macht es nur einige Züge, ist das ausreichend, weil wirklich nur einige Gramm zur Verfügung stehen. Nicht viel, aber dafür ist viel drin!
Von daher ist wiegen auch ziemlich sinnlos.
In diesem Zusammenhang gibt es viele "Sprüche" und Vorurteile. Lassen Sie sich auch nicht vom Personal beirren. Ich habe diese Richtlinien nicht erfunden, sondern sie beruhen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Es soll nämlich der Stoffwechsel angeregt werden, und so kann den Verlauf der Neugeborenengelbsucht positiv beeinflussen.
Nach drei bis vier Tagen kommt der Milcheinschuss und gleichzeitig wird das Kind fast immer munter und verlangt ganz alleine nach der Muttermilch. Dann kann das Stillen nach Bedarf beginnen.