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Was Sie für den Start in die Stillzeit wissen sollten!

Ich will nicht geklaut werden!!

Im Kreißsaal

Sicher haben Sie schon gehört oder gelesen, dass ein Neugeborenes gleich nach der Geburt an die Brust soll. Das ist sehr wichtig, weil der Saugreflex in den ersten 20 bis 30 Minuten am stärksten ist.
Obwohl das nun wirklich nicht die neuste Stillerkenntnis ist, scheint das frühe Anlegen in vielen Kreißsälen noch immer keine Selbstverständlichkeit zu sein. Über die Gründe könnte ich spekulieren, aber das wäre nicht der richtigen Platz hier.
Sie sollen von mir erfahren, was Sie selber, oder Ihr Partner tun können, um einen optimalen Stillstart zu bekommen und sich damit einige "Anlaufschwierigkeiten" zu ersparen.


Nach der Geburt ist Frau oft nicht selber in der Lage, ihre Wünsche zu äußern. Dieser Moment ist für alle Beteiligten so voller Gefühle, dass einem alles nicht mehr wichtig erscheint.
Sie sollten vor der Entbindung mit der Begleitperson (ist ja nicht immer der Mann) diese Dinge vielleicht besprechen. Und dann hoffen wir mal, dass wenigstens einer von Ihnen daran denkt.
Sollte es Ihnen nicht angeboten werden, fragen Sie gezielt nach, damit das Baby angelegt wird. Lassen Sie es sich zeigen. Die Hebamme ist da ganz Profi.
Ihr Kleines muss nicht sofort gewogen, gemessen und "durchgecheckt" werden, das kann man auch einige Zeit später noch machen.
Stillen
hat Vorrang, auch wenn alle noch so neugierig sind, was es denn wiegt...!      

Nach ca. zwei Stunden kommen Sie im Krankenhaus in der Regel auf die .....

 

 

 

 

...Wochenstation

Baby is watching you!! Nicht kopieren!

Je nachdem in welchem Haus Sie entbinden, ist sie eng verknüpft mit dem Kinderzimmer, oder völlig getrennt. Das spielt hier jetzt keine große Rolle, sagt aber etwas über die Einstellung des Hauses zum Stillen aus.
Ich möchte hier dringend empfehlen, sich für rooming-in zu entscheiden. In vielen Krankenhäusern ist es noch immer üblich, den Babys Tee oder Zuckerwasser (Glukose) zu füttern.
Abgesehen davon, dass es bei einem gesunden Kind völlig unnötig ist, kann es dadurch zu einer sogenannten Saugverwirrung kommen, und der Zwerg weiß nicht mehr wie er an der Brust trinken soll. Ist Ihr Kind bei Ihnen, wissen Sie wenigstens, dass Ihre Wünsche nicht ignoriert werden.
Der Magen des Neugeborenen ist so klein wie eine Murmel, er wird erst nach und nach größer.
Das heißt, er kann am Anfang gar nicht viel fassen und wenn ihr Kind ein paar Schlucke Kolostrum trinkt, ist er voll.
Empfehlungen der WHO ( Weltgesundheitsorganisation) sagen, dass Sie Ihr Baby in den Tagen vor dem Milcheinschuss, alle zwei Stunden an die Brust legen sollten.
Es gestaltet sich oft sehr schwierig, weil es sein kann, dass es total verschlafen ist. Geboren werden ist anstrengend. Andererseits ist die Vormilch = Kolostrum sehr wichtig für das Kind. Tja, dann ist es nichts, mit "Stillen nach Bedarf" - bis zum Milcheinschuss. Sie müssen das so niedlich schlummernde Etwas aufwecken!!!
Ich sehe in der Praxis, dass diese zwei Stunden sehr oft nicht möglich sind. Aber auch, wenn Sie "nur" 5-6mal am Tag anlegen, ist ess schon ziemlich gut. Die Dauer des Saugens ist unerheblich. Macht es nur einige Züge, ist das ausreichend, weil wirklich nur einige Gramm zur Verfügung stehen. Nicht viel, aber dafür ist viel drin!
Von daher ist wiegen auch ziemlich sinnlos.
In diesem Zusammenhang gibt es viele "Sprüche" und Vorurteile. Lassen Sie sich auch nicht vom Personal beirren. Ich habe diese Richtlinien nicht erfunden, sondern sie beruhen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Es soll nämlich der Stoffwechsel angeregt werden, und so kann den Verlauf der Neugeborenengelbsucht positiv beeinflussen.

Nach drei bis vier Tagen kommt der Milcheinschuss und gleichzeitig wird das Kind fast immer munter und verlangt ganz alleine nach der Muttermilch. Dann kann das Stillen nach Bedarf beginnen.