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Herausgeber der Kaiserschnittstudie: GEK – Gmünder ErsatzKasse

Vorwort von Prof. Dr. Gerd Glaeske

"Ende des Jahres 2005 erschien eine Studie, in der aus Sicht der Patientinnen
und Patienten die Gesundheitssysteme von sechs Ländern verglichen wurden – nämlich Australien, Deutschland, Großbritannien, Kanada, Neuseeland und den Vereinigten Staaten.
Die deutschen Patientinnen und Patienten bewerteten ihr Gesundheitssystem am besten, forderten aber gleichzeitig am häufigsten Veränderungen bis hin zum völligen Umbau des Systems.
In einem waren sich die Befragten in Deutschland aber mit allen anderen trotz der eigentlich guten Bewertung einig:
Die Kommunikation mit den Ärztinnen und Ärzten ist oftmals schlecht, die Aufklärung über medizinische Leistungen und Alternativen ist ungenügend, Probleme zwischen stationärer und ambulanter Behandlung sind häufig und es kommt all zu selten zu einer Erläuterung der notwendigen Behandlungen.
Vor allem aber wird bemängelt, dass sie zu einem hohen Anteil nicht in therapeutische Entscheidungen eingebunden werden – Ärztinnen und Ärzte bestimmen zum größten Teil ohne Absprache mit den Betroffenen die medizinische Intervention, ohne die Bewertung möglicher Alternativen und ohne Erläuterung der möglichen Folgen einer„verordneten“ Behandlung." (Glaeseke 2007:5)


Ich möchte Ihnen nicht zumuten, die ganze Studie zu lesen. Bei Interesse ist sie bei der GEK erhältlich.

Die Kurzfassung ist trotzdem lang

Die Medizin lebt vom Streit und ohne ihn gäbe es keine Fortschritte. Persönlich finde ich, dass er aber nicht auf Ihrem Rücken auszutragen ist. Inzwischen liegt die Kaiserschnittrate bei nahezu 30% mit regionalen Unterschieden. Dafür gibt es keine medizinischen Gründe.
Befürworter sagen, dass sämtliche Operationrisiken  durch moderne Methoden nahezu ausgeschlossen wären. Ich habe keine Statistik, sehe das aber im Berufsalltag sehr oft ganz anders.
Die gesunkene Sterblichkeitsrate der Kinder wird ebenfalls als Legitimation angeführt.
Nur ist sie nicht mehr weiter gesunken, obwohl sich die Zahl der Operationen in den letzten Jahren nahezu verdoppelt hat. Immer noch gibt es eine erhöhte Sterblichkeit bei den Müttern, auch wenn sie sich im Promillebereich bewegt. Für Sie langfriste Folgen, und die begrenzte Anzahl von Kindern, werden völlig außer acht gelassen. Man kann schließlich nicht einfach voraussetzen, dass alle Frauen höchstens zwei oder drei Kinder bekommen wollen. Aber genau das passiert.

Zitat
"Mittlerweile werden die meisten Kinder von Frauen im Alter von 30 bis
etwa 37 Jahren geboren. Da nun das Zeitfenster, in dem Kinder geboren
werden, kürzer ist, ist insgesamt auch die Wahrscheinlichkeit für die
Frau, ein zweites oder drittes Kind zu bekommen, reduziert. Vor diesem
Hintergrund wird möglicherweise auch den erheblichen Risiken bei weiteren
Schwangerschaften und Geburten nach einmal durchgeführtem
Kaiserschnitt keine sehr hohe Bedeutung zugemessen". 
 Zitat Ende

Seelische Aspekte finden bei den Verfechtern keinerlei Gehör.

Die Studie bestätigt, dass es immer mehr "relative" Begründungen für diesen Eingriff gibt. So wird ein langsamer Geburtsverlauf inzwischen viel schneller diagnostiziert, als noch vor wenigen Jahren.