Die Medizin lebt vom Streit und ohne ihn gäbe es keine Fortschritte. Persönlich finde ich, dass er aber nicht auf Ihrem Rücken auszutragen ist. Inzwischen liegt die Kaiserschnittrate bei nahezu 30% mit regionalen Unterschieden. Dafür gibt es keine medizinischen Gründe.
Befürworter sagen, dass sämtliche Operationrisiken durch moderne Methoden nahezu ausgeschlossen wären. Ich habe keine Statistik, sehe das aber im Berufsalltag sehr oft ganz anders.
Die gesunkene Sterblichkeitsrate der Kinder wird ebenfalls als Legitimation angeführt.
Nur ist sie nicht mehr weiter gesunken, obwohl sich die Zahl der Operationen in den letzten Jahren nahezu verdoppelt hat. Immer noch gibt es eine erhöhte Sterblichkeit bei den Müttern, auch wenn sie sich im Promillebereich bewegt. Für Sie langfriste Folgen, und die begrenzte Anzahl von Kindern, werden völlig außer acht gelassen. Man kann schließlich nicht einfach voraussetzen, dass alle Frauen höchstens zwei oder drei Kinder bekommen wollen. Aber genau das passiert.
Zitat
"Mittlerweile werden die meisten Kinder von Frauen im Alter von 30 bis
etwa 37 Jahren geboren. Da nun das Zeitfenster, in dem Kinder geboren
werden, kürzer ist, ist insgesamt auch die Wahrscheinlichkeit für die
Frau, ein zweites oder drittes Kind zu bekommen, reduziert. Vor diesem
Hintergrund wird möglicherweise auch den erheblichen Risiken bei weiteren
Schwangerschaften und Geburten nach einmal durchgeführtem
Kaiserschnitt keine sehr hohe Bedeutung zugemessen".
Zitat Ende
Seelische Aspekte finden bei den Verfechtern keinerlei Gehör.
Die Studie bestätigt, dass es immer mehr "relative" Begründungen für diesen Eingriff gibt. So wird ein langsamer Geburtsverlauf inzwischen viel schneller diagnostiziert, als noch vor wenigen Jahren.