In Deutschland sind Hausgeburten mit vielen Vorurteilen, Emotionen, aber vielleicht auch mit zu romantischen Vorstellungen verbunden. Hier vorerst ein paar Anregungen und Gedanken zur Vorbereitung.
An erster Stelle sollten Sie sich auf die Suche nach einer Hebamme machen. Und das wirklich so früh wie möglich. Es ist sehr wichtig, dass die "Chemie" stimmt, und das muss nicht bei der ersten Kollegin der Fall sein, mit der Sie Kontakt aufnehmen.
Nur wenige bieten Hausgeburten an, aber gleichzeitig steigt die Nachfrage. Schon allein diese Tatsache macht die Suche nicht leicht. Je früher Sie sich umschauen, desto besser. Fragen Sie ruhig nach, ob sie Erfahrung hat, wie viele Hausgeburten sie schon begleitet hat, oder auch was sie bei Zwischenfällen tut. Natürlich müssen Sie sich unbedingt mit Ihrem Partner absprechen. Meine Erfahrung zeigt, dass viele Männer Einwände haben, und ihre Liebste in einem Krankenhaus "besser aufgehoben" wissen wollen. Nur für den Fall "dass was passiert". Zieht er nicht mit, wird es zumindest schwierig bis unmöglich. Ich persönlich mache die Zusage meinerseits auch davon abhängig, ob der Partner dahintersteht.
Machen Sie sich auf Kritik und Angriffe gefasst. "Unverantwortlich" ist noch die mildere Variante. Vielleicht findet sich auch kein Arzt, der bereit ist zur Geburt zu kommen. Das muss zwar nicht unbedingt sein, aber wenn es Ihnen wichtig ist, kann es zu einem Problem werden. Für die U2 ist ein Kinderarzt nötig. auch das sollten Sie vorher klären. Die U1 gleich nach der Geburt kann die Hebamme machen. Informieren Sie sich, wo es nur geht. Das ist das beste Rüstzeug gegen Besserwisser und Miesmacher. In meiner Linkliste gibt es weitere Anlaufstellen, wo Sie sich informieren können.
Befassen Sie sich aber auch mit den Nachteilen. Schmerzbekämpfung z.B. ist nur begrenzt möglich. Sind Sie bereit, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen? Können Sie den Druck von außen aushalten? Haben Sie größere Kinder, die zum Zeitpunkt der Entbindung zu Hause sein werden? Macht Ihnen dieser Gedanke Angst? Trauen Sie der Hebamme zu, auch in Stresssituationen die Nerven zu behalten? Machen Sie sich auch mit dem Gedanken vertraut, dass unter Umständen eine Verlegung ins Krankenhaus nötig sein kann. Das alles sollte in einem Infogespräch mit der Kollegin geklärt werden.
Suchen Sie im Internet, Büchern und im Bekanntenkreis nach Frauen, die zu Hause entbunden haben. Es gibt viele Foren, auch hier, die Geburtsberichte von Hausgeburten enthalten. Persönliche Erfahrungen sind manchmal eine gute Entscheidungshilfe.