Sie werden immer von einer oder mehreren Hebammen betrieben, sind aber organisatorisch höchst unterschiedlich. Ob es in Ihrer Region ein Geburtshaus gibt, erfahren Sie beispielsweise bei Ihrer Hebamme, in Ihrer Arztpraxis oder auch im Internet.
Es gibt für alle Häuser Sicherheits- und Qualitätsstandards. In einigen arbeiten verschiedene Berufsgruppen zusammen, in anderen nicht. Das sagt aber nichts über die Professionalität der Geburtshilfe aus. Hebammen sind berechtigt und in der Lage, normale Geburten eigenverantwortlich zu leiten. Ob das in Ihrer Nähe bestehende Geburtshaus für Sie in Frage kommt, müssen Sie selber entscheiden. Meistens ist es dort möglich, Kurse und auch die Vorsorge in Anspruch zu nehmen. Das ist ein großer Vorteil, denn wenn man die Hebamme über eine längeren Zeitraum kennenlernt, kann sich ein Vertrauensverhältnis entwickeln, was für die Geburt sehr wichtig ist. Sie gehen nach der Geburt baldmöglichst nach Hause, und "Ihre" Hebamme übernimmt in den meisten Fällen auch die Nachsorge.
Oft werden noch Stillgruppen, Wochenbettgymnastik und Babymassage angeboten.
Ein Nachteil für Sie sind die evtl entstehenden Kosten. Alle gesetzlichen Krankenkasse müssen die Geburt bezahlen, übernehmen jetzt auch einen Teil der Betriebskosten und beteiligen sich evtl. auch an der Rufbereitschaftspauschale. Vorrausetzung ist allerding, dass die Einrichtung diesem Netzwerk angeschlossen ist, und die Qualitätsstandards erfüllt.
http://www.geburtshaus.de/
Erkundigen Sie sich vorher genau, dann ist Zeit, wenn nötig, ein wenig zu sparen. Übrigens ist es möglich, die Summe von der Steuer abzusetzen. Sollten Sie sich dafür interessieren, in einem Geburtshaus zu entbinden, erkundigen Sie sich so früh wie möglich, damit Sie auch sicher unterkommen, und genügend Zeit bleibt, nach Alternativen zu suchen.
Für Geburtshäuser und Hausgeburten gibt es den Sammelbegriff "Außerklinische Geburtshilfe".
Ich begebe mit etwas aufs Glatteis, wenn ich positiv darüber schreibe. Aber negative Stimmen gibt es genug. Ich möchte gerne Denkanstösse geben, und den Frauen den Rücken stärken, die sich für eine "außerklinische Geburt" entscheiden. In der Öffentlichkeit werden leider oft Horrorgeschichten verbreitet aber objektiv sind die wenigsten Veröffentlichungen.
Es gibt seit einiger Zeit Statistiken über "außerklinische Entbindungen". Diese werden nicht von uns gemacht, sondern laufend von einer Universität erstellt und auch nicht von Medizinern oder Hebammen sondern von Statistikern. Die Zahlen über Zwischenfälle oder auch Dammschnittraten, Geburtsdauer usw. sind für jeden einsehbar und unter dem Link oben zu finden.
Hier möchte ich erwähnen, dass die Statistiken sehr positiv sind, und wir selber überrascht waren. Keine verantwortungsvolle Kollegin entbindet Zwillinge oder Beckenendlagen zu Hause. Und nicht jede Geburt muss um jeden Preis zu Ende gebracht werden, wo sie begonnen hat.
Kritik entsteht auch oft aus Unkenntnis heraus. Nur wenige wissen, was Hebammen können. Für uns sollte es selbstverständlich sein, unsere Grenzen zu kennen. Ich kann nicht für jede einzelne Kollegin garantieren , aber Sie sollten ein gewisses Grundvertrauen haben, wenn Sie planen, in ein Geburtshaus zu gehen, oder zu Hause zu entbinden.