
Warum Dammschnitte erfunden wurden
Manchmal hat es seine Vorteile schon länger im Beruf zu sein. So kann ich etwas aus dem Nähkästchen berichten.
In meiner Ausbildung gab es natürlich bereits Dammschnitte. Erst viel später habe ich von "alten" Kolleginnen erfahren, dass es durchaus noch andere Möglichkeiten gibt. Bis dahin habe ich mir nie Gedanken über Sinn oder Unsinn dieses Eingriffes gemacht. Als ich begann mich zu emanzipieren, fand ich es dann eine ziemliche Unverschämtheit und typisch männlich.
Die Idee, die verkauft wurde und immer noch wird ist die folgende:
Man schont den Beckenboden der Frau. Auf den ersten Blick nett, nicht wahr? Aber schaut man genauer hin, soll er nicht für die Frau geschont und entlastet werden. Das Nähen ist eine Art vorbeugende "Schönheitsoperation" am DammDamm
Teil des Beckenbodens. Frau ist sozusagen wie neu. Für wen muss ich wohl nicht näher erläutern.
Zudem wurde dieser Effekt einfach behauptet. In den vielen Jahren der Praxis hat er sich nicht bestätigt. Es gibt nicht weniger Gebärmuttersenkungen als früher.
Weil man viele Jahre das Beckenbodentraining vernachlässigt hat, ist auch keine sonstige Besserung der Beschwerden, die sich in den späteren Lebensjahren entwickeln können, zu verzeichnen.
