Was versteht man unter Schwangerschaftsdiabetes?

Der Bauch gehört uns! Vorsicht Copyright!

Damit ich alles exakt an Sie vermitteln kann, benutze ich hier ausnahmsweise eine fremde Quelle.

Vorsicht lang, aber wichtig!! Ergänzen möchte ich noch, dass die üblichen Urinuntersuchung nicht!! aussagekräftig ist.

 

Der Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes ist eine spezielle Form der Zuckerkrankheit, die sich während einer Schwangerschaft entwickeln kann.

Meistens tritt sie im letzten Schwangerschaftsdrittel auf und verschwindet unmittelbar nach der Geburt wieder. Neun Prozent der Frauen, die während einer Schwangerschaft an dieser Form des Diabetes leiden, entwickeln in den folgenden Jahren einen Typ-2 Diabetes.


Der Gestationsdiabetes betrifft meist übergewichtige Frauen sowie Frauen, in deren Familien bereits einmal ein Typ-2 oder sogar Gestationsdiabetes aufgetreten ist. Der Schwangerschaftsdiabetes zählt zu den häufigsten schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen. Er lässt sich bei etwa drei Prozent aller Schwangeren nachweisen.

 

Weshalb können Schwangere einen Gestationsdiabetes entwickeln?

Schwangerschaftshormone und Hormone, die der Mutterkuchen (Plazenta) bildet, wirken unter anderem blutzuckererhöhend.
Insulin ist dagegen das einzige blutzuckersenkende Hormon des Körpers. Die Schwangerschaft stört das Gleichgewicht zwischen blutzuckererhöhenden Hormonen und dem blutzuckersenkenden Hormon Insulin.

Die Bauchspeicheldrüse der Schwangeren muss also immer größere Mengen an Insulin produzieren.
Kann die Schwangere den erhöhten Bedarf an Insulin nicht durch eine verstärkte Insulinfreisetzung aus der Bauchspeicheldrüse ausgleichen, entwickelt sich der Gestationsdiabetes. Nach der Geburt nimmt der Insulinbedarf ab und der Schwangerschaftsdiabetes verschwindet wieder.

80 Prozent aller Frauen, die einen Gestationsdiabetes entwickeln, leiden während einer zweiten Schwangerschaft erneut daran.

 

Woran merkt die Schwangere, dass ihr Blutzuckerspiegel erhöht ist?

Diese Form der Zuckerkrankheit verläuft oft ohne Beschwerden. Sie wird deshalb meist erst durch Suchtests gefunden.
Werden diese nicht durchgeführt, so wird die Erkrankung meist erst durch Folge-Erscheinungen auffällig (z. B. starke Zunahme der Fruchtwassermenge, abnormales Größenwachstum des Kindes = fötale Makrosomie). Nur selten treten bei einer Schwangeren Symptome auf, wie sie bei einem Diabetes mellitus Typ 1 üblich sind.

 

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Der Schwangerschaftsdiabetes verläuft meist ohne Beschwerden. Etwa ab dem letzten Schwangerschaftsdrittel steigt der Insulinbedarf stark an. Dies erklärt auch, warum der Gestationsdiabetes oft erst nach der 24 Schwangerschaftswoche erkannt wird. Er lässt sich durch die Bestimmung des aktuellen Blutzuckers oder durch einen Glukosetoleranztest feststellen.

Heute empfiehlt man, grundsätzlich bei jeder Schwangeren einmal zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche einen Zuckerbelastungstest durchzuführen.
Bei Vorliegen von Risikofaktoren ist diese Untersuchung sogar als zwingend erforderlich anzusehen. Beim Zuckerbelastungstest unterscheidet man den einfachen Suchtest (Screening), bei dem eine Stunde nach Verabreichung von 50 Gramm Glukoselösung der Blutzuckerwert bestimmt wird. Liegt dieser über 140 mg/dl, so besteht der Verdacht auf Vorliegen eines Gestationsdiabetes. Dieser vereinfachte Test kann problemlos bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Hausarzt durchgeführt werden.
Die endgültige Klärung kann durch einen später anschließenden Zuckerbelastungstest erfolgen, bei dem nüchtern sowie eine und zwei Stunden nach Verabreichung von 75 Gramm Glukose der Blutzuckerwert bestimmt wird. Bei grenzwertigen Untersuchungergebnissen sollte der Zuckerbelastungstest nach drei bis vier Wochen wiederholt werden.

 

Ist der Gestationsdiabetes gefährlich?                                                  

Der Gestationsdiabetes kann für Mutter und Kind gefährlich sein.
Mögliche Folgen sind die starke Zunahme der Fruchtwassermenge und ein abnormales Größenwachstum der Kinder (fötale Makrosomie).
Bei der Geburt wiegen sie meistens mehr als 4000 Gramm. Auf Grund der großen Gewichtszunahme kann es zu Problemen während der Geburt kommen, die auch für das Kind belastend sind.
Häufig wird ein Kaiserschnitt durchgeführt.
Auch die Ausreifung des ungeborenen Kindes kann verzögert ablaufen. Besonders bedeutsam ist die langsamere Ausreifung der kindlichen Lungen. Auch Stoffwechselstörungen und Verschiebungen im Salzhaushalt des Kindes sind zu bobachten.

                                                                                 

Die größte Gefahr liegt in der Störungen der Entwicklung des Mutterkuchens (Plazenta), die zu einer kindlichen Mangelversorgung und sogar zum Absterben des Kindes führen können.
Schwangere mit einem Gestationsdiabetes leiden häufiger an Infektionen, beispielsweise der Harnwege, und sie entwickeln gehäuft eine Gestoseerkrankung (Präeklampsie). Durch eine frühzeitige Normalisierung des mütterlichen Zuckerstoffwechsels lassen sich die Risiken für Mutter und Kind  erheblich verringern.
                                                                                          

Nach der Geburt neigen die Neugeborenen von Müttern mit einem Gestationsdiabetes zur Unterzuckerung.
Durch regelmäßige Kontrollen innerhalb der ersten 48 Lebensstunden und gegebenenfalls Zufütterung von Traubenzuckerlösung lassen sich Schäden zuverlässig vermeiden.

Kindliche Fehlbildungen treten nur bei einem schlecht eingestellten insulinpflichtigen Diabetes Typ 1, nicht jedoch beim Gestationsdiabetes deutlich gehäuft auf.

 

Wie wird ein Gestationsdiabetes behandelt?                                          

Ziel der Behandlung ist es, die Blutzuckerwerte vor und nach dem Essen zu normalisieren. Der Blutzucker sollte nüchtern unter 90 mg/dl und etwa zwei Stunden nach dem Essen unter 120 mg/dl liegen.
Bei etwa 85 Prozent der Schwangeren mit Gestationsdiabetes ist die richtige Ernährung als Therapie ausreichend.
Wer normalgewichtig ist, sollte im Lauf der Schwangerschaft nicht mehr als zwölf Kilogramm zunehmen. Übergewichtige Frauen sollten möglichst wenig zunehmen, da Geburtskomplikationen bei starkem Übergewicht häufiger auftreten. Eine tägliche Energiemenge von 1500 bis 1800 Kalorien ist empfehlenswert.
Vermeiden Sie aber unbedingt eine Gewichtsabnahme während der Schwangerschaft, denn dabei würde das Kind nicht mehr ausreichend versorgt. Verschieben Sie eine dauerhafte Gewichtsabnahme auf die Zeit nach der Geburt und Stillzeit.
Die grundsätzlichen Empfehlungen für die Ernährung in der Schwangerschaft gelten auch für Schwangere mit Gestationsdiabetes: Sie brauchen ausreichend Energie für sich und Ihr Kind. Aber essen Sie nicht "für zwei".

*Essen Sie täglich Obst, Gemüse und frische Salate, denn Sie brauchen jetzt besonders viel Vitamine und Mineralstoffe.
*Verwenden Sie wenig Fett für die Zubereitung Ihrer Speisen und als   Brotaufstrich. Wählen Sie fettarme Lebensmittel aus. Essen Sie regelmäßig fettarme Milchprodukte, um ausreichend Calcium aufzunehmen.

*Essen Sie weniger Fleisch und häufiger Fisch; damit sichern Sie den Jodbedarf ihres Körpers und den Ihres Kindes.

*Sie brauchen ausreichend Flüssigkeit. Trinken Sie täglich mindestens zwei Liter Wasser, Tee oder andere energiearme Getränke.

Bei etwa 15 Prozent der Frauen ist zusätzlich eine Insulinbehandlung erforderlich. Dabei reicht es oft, kleine Mengen eines schnell wirkenden Insulins vor den Hauptmahlzeiten zu spritzen. Manchmal wird zusätzlich vor dem Schlafengehen und eventuell morgens ein lang wirkendes Insulin gespritzt, das den basalen (d.h. nahrungsunabhängigen) Insulinbedarf abdeckt und einen hohen Nüchternblutzucker verhindert. Zur Insulinsorte und Dosierung wird Ihnen Ihre Ärztin / Ihr Arzt eine individuelle Verordnung geben. Diabetesmedikamente in Tablettenform dürfen in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, da sie zu schweren Entwicklungsstörungen des Kindes führen können.

 

Was kann die Schwangere selbst tun?

*Lernen Sie Ihren Blutzucker selbst zu bestimmen

*Bewegen Sie sich regelmäßig

*Ernähren Sie sich gesund

*Verteilen Sie die drei Hauptmahlzeiten auf sechs bis sieben kleinere Mahlzeiten über den Tag. Dadurch können Sie große Belastungen des Zuckerstoffwechsels vermeiden.

 

Prognose  

Wie bereits erwähnt, hat die Mutter später im Leben ein erhöhtes Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Außerdem hat sie während der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko für Gestose-Erkrankungen wie den schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck oder gar Krampfanfälle.

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft