Sie sind hier: Schwangerschaft, Geburt und Baby » Ernährung  » Beikost  




Wann und wie mit Beikost beginnen?

Copyright

In den ersten sechs Monaten ist der Organismus eines Babys auf eine ausschließliche Ernährung mit Milch (entweder Muttermilch oder künstliche Säuglingsnahrung) ausgerichtet.
Beikost sollte frühestens!! ab dem vollendeten sechsten Monat eingeführt werden und auch dann nur, wenn das Kind deutlich signalisiert, dass es bereit dafür ist.
Anzeichen für die Bereitschaft des Babys für Beikost können sein:
es ist in der Lage aufrecht zu sitzen,
der Zungenstreckreflex, durch den das Baby feste Nahrung automatisch wieder aus dem und herausschiebt, hat sich abgeschwächt,
es zeigt Bereitschaft zum Kauen,
es kann selbstständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken und interessiert sich dafür,
es zeigt ein gesteigertes Stillbedürfnis, das sich nicht mit einer Erkrankung, dem Zahnen oder einer Veränderung in seiner Umgebung oder in seinem Tagesablauf in Verbindung bringen lässt.
Dies ist meist etwa mit sechs Monaten der Fall, bei wenigen Kindern etwas früher, bei gar nicht so wenigen später.
Die zu frühe Einführung der Beikost hat keine Vorteile, aber viele Nachteile.
Es ist wirklich nicht so einfach, denn das Angebot an Babynahrung in jeder Form ist unüberschaubar und von allen Seiten hagelt es Ratschläge.
Die Einführung der Beikost sollte langsam erfolgen. Es ist günstig mit einem Nahrungsmittel zu beginnen, zunächst nur eine geringe Menge anzubieten (jeweils nur ein paar Löffeln) und diese dann langsam zu steigern. Am Anfang sollte nur eine neue Nahrung, ein- oder zweimal am Tag gegeben werden und etwa eine Woche gewartet werden, bevor wieder etwas Neues angeboten wird. (Also nur Gemüse, nur Kartoffel, nur Banane, nur Apfel usw.).

Der Sinn dieser Vorgehensweise ist folgender: Falls sich eine Reaktion zeigt, kann man auf diese Art leichter feststellen, was sie verursacht haben könnte.  Die betreffende Speise sollte dann gestrichen, und erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder angeboten werden. Bereits eingeführte Nahrungsmittel, die gut vertragen werden, können miteinander gemischt werden.
Die Empfehlung lautet also nicht strikt erst eine komplette Mahlzeit vollständig zu ersetzen, ehe die nächste Mahlzeit ersetzt wird, sondern erst etwa eine Woche abwarten, ehe ein neues Nahrungsmittel eingeführt wird und die Beikost als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Muttermilch betrachten. Daher gibt es auch keine festgelegte Zahl für die Stillmahlzeiten, sondern das Kind kann weiterhin nach Bedarf gestillt werden.

Im ersten Lebensjahr braucht ein Baby noch keine reichhaltige Speisekarte mit viel Abwechslung, weniger ist hier mehr.

Gerade Stillkinder verfügen über einen sehr guten Würgereflex, so dass die Gefahr, dass sie sich verschlucken relativ gering ist. Dennoch sollte ein Kind nie beim Essen alleine gelassen werden. Sie können Ihrem Baby durchaus ein Stück Brotrinde zum Kauen geben, aber bitte bleiben Sie dabei. Stückige Kost können Sie so anbieten, wie es sich ergibt. Da hat jedes Kind seinen eigenen Zeitplan.
So lange Sie weiterhin zusätzlich zur Beikost nach Bedarf stillen, genügt auch die Muttermilch, ansonsten können Sie Ihrem Kind Wasser aus dem Becher schmackhaft machen. Wasser ist das optimale Getränk für Babys und ältere Kinder wie für Erwachsene. Eine Flasche mit Sauger ist nicht notwendig, es ist möglich ein Baby von der Brust an den Becher (mit oder ohne Trinklernaufsatz) zu gewöhnen.
Ob Selberkochen oder Gläschen ist eine Frage, die jede Mutter für sich selbst beantworten muss. Viele Mütter lösen es auch so, dass sie zum Teil selbst kochen und bei bestimmten Gelegenheiten auf Fertignahrung zurückgreifen. Was die Fleischkonzentrate angeht, so lesen Sie doch einmal die Zutatenliste auf dem Gläschen, dann dürfte schon klar sein, dass diese Gläschen nicht nur absolut überteuert sind.

Die Verbraucherzentrale Hamburg e.V. hat einen guten Ratgeber für die Ernährung im Babyalter herausgegeben. Er heißt "Gesunde Ernährung von Anfang an" und kann bei der Verbraucherzentrale Hamburg, Kirchenallee 222, 20099 Hamburg bestellt werden. Dort finden Sie sehr viele gute Informationen für die StillenErnährung eines Babys und Kleinkind, die unabhängig von der Säuglingsnahrungsindustrie ist.
Vor allem auch das Kapitel über das kritische Etiketten lesen der Fertignahrung ist sehr interessant und Sie finden auch Rezepte zum Selberkochen.

Inzwischen unterscheiden sich diese Empfehlungen, wenn Sie Flaschenmilch geben. Sehen Sie bitte hier bei Eisenmangel2 nach. Dort habe ich etwas dazu eingestellt.

Im Forum haben wir auch Rezepte dazu.

 

 Babynahrung bei Idealo