Montag, Dezember 31, 2007
Studie belegt Risiko bei Wunsch-Kaiserschnitt
Rubrik: Geburt
Von: Marlies/Hebamme
Alarmierend erhöhtes Risiko für Herzstillstand, Thrombosen und schwere Infektionen
Frauen mit geringem Geburtsrisiko, die sich einer geplanten Kaiserschnitt-Operation ohne medizinische Begründung ("low risk" elective sectio cesarea) unterziehen, haben ein drei- bis fünfmal höheres Risiko für Herzstillstand, Thrombosen oder schwere Wundinfektionen, die zum Tode führen können, als Frauen, die ihr Kind auf vaginalem Weg gebären.
Dies belegt eine kanadische Studie. Einbezogen waren mehr als 2,4 Millionen Frauen und Geburten in ganz Kanada über einen Zeitraum von 14 Jahren.
Die Studie erschien notwendig, da immer mehr Frauen sich einen (medizinisch nicht begründeten) Kaiserschnitt wünschen, ohne sich über die tatsächlichen Risiken im Klaren zu sein.
Bis heute gehen viele Frauen davon aus, dass es sich bei einem Kaiserschnitt lediglich um eine Operation mit sehr geringem medizinischen Risiko handele. Deshalb, so die Autoren der Studie, sei die Akzeptanz für den Wunsch-Kaiserschnitt hoch und viele Frauen hielten ihn für eine vernünftige Option.
In Kanada hat sich - ähnlich wie in anderen Industrienationen - die Kaiserschnittrate in den letzten 30 Jahren etwa verfünffacht. Jedes 3. bis 4. Kind kommt heute auf diesem Weg zur Welt.
Fazit der Studie: Auch wenn das Risiko für die Gesundheit der Mutter bei einem Kaiserschnitt heute relativ niedrig ist, sollte im Hinblick auf das doch deutlich geringere Risiko einer vaginalen Geburt heute sehr genau hinterfragt werden, ob die Entscheidung für einen Wunschkaiserschnitt gerechtfertigt ist. Angesprochen sind in diesem Entscheidungsprozess nicht nur die schwangeren Frauen, sondern insbesondere auch die betreuenden Frauenärzte.
Quelle:
Studie: "Maternal mortality and severe morbidity associated with low-risk planned cesarean delivery versus planned vaginal delivery at term"
erschienen in "Canadian Medical Association Journal", 13. Februar 2007
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