Ökotest hat Anfangsmilchen im Januar 2009 bewertet:
Bei Interesse informieren Sie sich doch bitte über die einzelnen Marken bei Ökotest. Wer warum abgewertet wurde, würde den Rahmen sprengen. Die "Noten" reichen von befriedigend bis ungenügend. Mir ist auch nicht bekannt, ob nachgessert wurde. Gefunden haben wir nichts dazu.
Das Testergebnis
... ist ein Grund mehr zu stillen: Schnitten Säuglingsmilchnahrungen früher in ÖKO-TESTs beinahe routinemäßig mit "sehr gut" ab, sieht das Ergebnis dieses Mal düster aus. Das beste Testurteil ist ein "befriedigend": Für die Pre-Milch erteilen wir es viermal, für die 1er-Nahrung sechsmal. Alle anderen Produkte können wir nur mit "mangelhaft" bewerten.
Schuld am miesen Abschneiden waren ausschließlich die hohen Gehalte an 3-MCPD-Fettsäureestern, die das von uns beauftragte Labor analysiert hat. Geht man - wie auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) - davon aus, dass sich 3-MCPD bei der Verdauung vollständig aus 3-MCPD-Fettsäureestern freisetzt, dann wird die täglich tolerierbare Aufnahmemenge (TDI) bei einigen Produkten bis zum 35-fachen überschritten.
Zugegeben: Wir haben einen strengen Maßstab angelegt und sind bei der Berechnung von einem Säugling in der zweiten Lebenswoche ausgegangen, der rund 3,5 Kilo wiegt und ausschließlich Säuglingsmilchnahrung erhält. Doch unrealistisch ist das nicht: Die meisten Neugeborenen werden nur kurz gestillt, sobald die Mütter aus dem Krankenhaus kommen, sinkt die Stillrate.
Die Abwertungen sind erheblich: Zwei Minuspunkte gab es für Werte, die den TDI um weniger als das Zehnfache überschreiten, und vier Punkte Abzug, wenn sie darüberliegen. Dabei haben wir berücksichtigt, dass das BfR die 3-MCPD-Gehalte zwar als hoch einschätzt, ein akutes Gesundheitsrisiko aber ausschließt.
Quelle: Ökotest
3?MCPD ? was Sie jetzt wissen müssen
Warum ist 3?MCPD gefährlich?
Freies 3?Monochlorpropandiol (3?MCPD) ist als Schadstoff seit Langem bekannt. Es hat in Tierversuchen zu Veränderungen der Nierentubuli (dünne Kanäle in der Niere) geführt und in hohen Dosen gutartige Tumore ausgelöst. 3?MCPD?Ester dagegen ? Verbindungen aus 3?MCPD und verschiedenen Fettsäuren, die bei hohen Temperaturen gebildet werden ? wurden vor Kurzem erstmals analysiert. Sie liegen in allen raffinierten Pflanzenölen und ?fetten vor
Und da auch Säuglingsanfangs? und Folgenahrung raffinierte pflanzliche Öle enthält, ist sie hoch belastet. Nach Ansicht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) so hoch, dass "im ungünstigsten Fall der Sicherheitsabstand zu den im Tierversuch beobachteten Wirkungen als zu gering angesehen wird". Zwar liegen zu 3?MCPD?Estern keine toxikologischen Daten vor, doch Experten gehen davon aus, dass bei der Verdauung aus 3?MCPD?Fettsäureesterntoxikologisch relevantes 3?MCPD freigesetzt wird.Was kann ich tun, um mein Kind nicht unnötig mit dem Schadstoff zu belasten?
Im Moment haben Sie nur zwei Möglichkeiten: Stillen oder die Verwendung der weniger belasteten Testprodukte. Das BfR geht nicht von einer akuten Gesundheitsgefahr aus und rät, den Säugling wie gewohnt zu füttern. Doch wie hoch das gesundheitliche Risiko tatsächlich ist, kann bislang nicht abschließend geklärt werden. Ist Ihr Baby alt genug, können Sieden Milch?Getreide?Brei mit handelsüblicher Kuhmilch (nicht mehr als 200 Gramm pro Tag) zubereiten. Sie sollte allerdings im ersten Lebensjahr nicht als Getränk verwendet werden.
st selbst hergestellte Babymilch eine Alternative?
Nein. Selbst hergestellte Säuglingsmilch ist aus hygienischen und ernährungsphysiologischen Gründen nicht zu empfehlen ? weder mit Kuhmilch noch mit anderen Arten von Tiermilch (z.B. Stute, Schaf oder Ziege). Auch pflanzliche Milch (aus Mandeln, Reis oder anderen Getreidesorten) ist keine Alternative, da ihr Nährstoffgehalt für Säuglinge völlig unzureichend ist. Die Folge können Wachstumsstörungen oder schwerwiegende Mangelerscheinungen sein.
Und wie sieht es mit industriell hergestellter Säuglingsnahrung auf Sojabasis aus?
Auch davon halten Experten nichts. Denn Säuglingsnahrung auf Basis von Sojaeiweiß enthält hohe Mengen an Isoflavonen. Diese Pflanzeninhaltsstoffe ähneln in ihrer Struktur dem weiblichen Hormon Estrogen. In Tierversuchen gab es Hinweise darauf, dass sich eine hohe Zufuhr von Isoflavonen auf die Entwicklung der Fortpflanzungsorgane, auf dasImmunsystem sowie auf die Schilddrüse auswirkt. Sojasäuglingsmilch sollte daher nur in medizinisch begründeten Ausnahmefällen gegeben werden. Darüber hinaus käme man ? was das 3?MCPD?Problem angeht ? höchstwahrscheinlich vom Regen in die Traufe, denn auch diese Säuglingsnahrung enthält raffinierte pflanzliche Öle.
