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Erfahrungsbericht zur Tragehilfe „Pikkolo“ von CatBirdBaby

Erster Eindruck:


Die Tragehilfe ist handlich und klein zusammenlegbar, mit kompletten Zubehör in einer Plastiktasche aufbewahrt, praktisch zum Mitnehmen z.B. in Wickeltaschen oder auch „einfach so“.
Fester Stoff, ein paar Schnallen – die Tragehilfe selbst erscheint einfach bedien- und schnell anlegbar.
Die Anleitung ist bunt, bebildert und freundlich gestaltet, allerdings nur auf englisch und wirkt von der Gestaltung und Qualität etwas unprofessionell. Leider enthält sie auf Seite 3 gleich eine Instruktion zum „FFO“ (Front Facing Out), also dem Tragen des Babys mit dem Gesicht nach vorne (allerdings mit dem Hinweis, erst ab dem 3. Monat).

 

Erster Anlegeversuch ohne Kind:
Der erste Versuch war sehr enttäuschend. Trotz bebilderter Anleitung lege ich die Tragehilfe falsch an. Ich brauche lange, um herauszufinden, was ich konkret falsch gemacht habe (kein Umschlagen der Trage am unteren Bauchende). Das sehe ich nur zufällig auf einem Bild auf der letzten Seite der Anleitung, da der Pikkolo dort hell abgebildet ist und die Beine des getragenen Kindes den Umschlag nicht überdecken.

 

Tragen eines Säuglings:
Das Anlegen des Pikkolos mit Säugling gestaltet sich schwieriger als vermutet. Der Anfang ist leicht gemacht, Schwierigkeiten treten dann auf, als die Schultergurte hinter dem Rücken gekreuzt werden müssen. Das geschieht natürlich nacheinander, aber man hat nur eine Hand frei, da man mit der anderen den Säugling halten muss. Mehrfaches Greifen ins Leere hinter dem Rücken, dazu eine nach hinten etwas gebückte, unbequeme und unphysiologische Haltung lassen erste Zweifel an der Funktionalität der Tragehilfe aufkommen. Nach dem Meistern dieser ersten Hürde „sitzt“ das Kind im Pikkolo, allerdings noch viel zu hoch – das umgeschlagene Polster vor dem Bauch ist zu groß und schlägt Wellen, das Baby „sitzt“ eher darauf statt darin.
Beim nächsten Versuch wird mithilfe des Zugbandes die Breite des Stegs zwischen den Beinen angepasst. Das funktioniert mehr schlecht als recht – das Band rutscht auf der einen Seite durch und zieht, trotz mehrmaligem Versuch den Stoff auf der einen Seite mehr zusammen, auf der anderen kaum.
Die Längenregulation der Schultergurte funktioniert kaum bis gar nicht bei angelegter Tragehilfe. Es muss also mehrfach angezogen/ausgezogen werden, um die entsprechende Einstellung wirklich optimal durchzuführen, ohne sich zu verrenken oder mit großer Kraft an den Gurten zu zerren.
Unser Baby (ein Schreibaby) fand es dann, nach den Anfangsschwierigkeiten einigermaßen bequem, sie hat ruhig in der Gegend umher geschaut und die Umgebung interessiert wahrgenommen. Allerdings tat sie sich schwer damit, einzuschlafen oder den Kopf an-/abzulegen.
Die Kopfstütze ist o.k. allerdings etwas sperrig und kann nur ohne im Pikkolo befindliches Kind angebracht werden. Zudem finde ich persönlich das rein optisch nicht so ideal, aber das ist nur ein subjektiver Nebeneindruck und kein Kriterium...

 

Tragen eines Kleinkindes:
Für unsere größere Tochter (2,5 Jahre) war es ein lustiges Akrobatikspiel, den Pikkolo zu testen.
Bauchtrage/Blickrichtung zum Träger:
Es war, neben der bereits erwähnten „Gurtfummelei“ ein Problem, dass unsere Tochter in der Tragehilfe auch wirklich ganz unten sitzt. Das mussten wir mit einigen Zuppeln, Wackeln und Herumhantieren ausgleichen. Uns war letztlich nicht ganz klar, wohin sie mit ihren Armen sollte/kann. Also haben wir die Arme zuerst nicht über den oberen Rand hängen lassen. Damit fühlte sich unsere Tochter aber etwas „eingesperrt“ und bat bald, wieder herausgenommen zu werden. Zudem war ihr Blick sehr eingeschränkt (Blickrichtung zu mir). Für den Träger lastete das Gewicht sehr stark auf dem Beckengurt, der durch fehlende Polsterung dann sehr unbequem wurde. Sobald die Arme über dem oberen Rand waren, fühlte sich unsere Tochter „freier“, aber nicht bequemer. Ich hingegen hatte das Gefühl, dass sie ungenügend abgestützt wird.
Rückentrage:
Auch bei der Rückentrage ist das Anlegen schwieriger als angenommen. Wir probieren es auf dem Sofa, d.h. ich sitze auf der Sofakante, unsere Tochter steht hinter mir. Ein Anbringen wie in der Anleitung dargestellt (Kind und Tragehilfe zu halten und von der Seite auf den Rücken zu rutschen, traue ich mir nicht unfallfrei zu, zudem ist mir das Gewicht unsere Tochter für das Abstützen mit einer Hand schräg hinter dem Rücken zu viel).
Die Schultergurte sitzen recht locker und lassen sich nicht gut festziehen, das Gewicht des Kindes zieht nach hinten-unten. Sie selbst fühlt sich nicht ganz sicher/wohl und möchte doch lieber wieder aussteigen....

 

Gesamteindruck:
Eine einfach anmutende, praktische Tragehilfe, die nicht erst umfangreich gebunden werden muss. Robuster Stoff, der kleinere Verschmutzungen nicht übel nimmt und sich leicht auch mal abwischen/oberflächlich reinigen lässt. Variable Kopfstütze. Ermöglicht diverse Tragepositionen in korrekter Haltung ohne dabei „alternativ“ zu wirken.
Die Handhabung ist nicht so einfach wie angenommen und erfordert etwas Übung, Geschick und -soweit möglich- die Mithilfe des zu tragenden Kindes.
Dem Beckengurt fehlt eine Polsterung und die Weitenregulierung am unteren Ende der Tragehilfe lässt in der Funktionalität noch Wünsche offen. Die schwierige Weitenregulation der Gurte macht den gesamten Umgang unhandlich und erfordert u.U. wiederholtes Ein- und Aussteigen und Ausprobieren.
Der Pikkolo hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt.